Wie wird man Circusfreund?

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Wie wird man Circusfreund?

Ungelesener Beitragvon Circusworld » 10.07.2007, 23:00

Pedro schrieb dazu im alten Forum folgendes:

Ein herzliches Moin,moin aus dem Norden!

Ja, wie wird man zum Circusfreund oder sogar zum Circusbesessenen.??

Es fing schon als 9/10 jähriger bei mir an und zwar mit der Schaustellerei.
In Schleswig wird alljährig das Volksfest "PEERMARKT" begangen. Wie es so bei vielen Jungen auch der Fall ist, ist man interessiert wer da so ankommt und mit welchen Geschäften. Damals reisten alle Schausteller noch mit der Bahn an und es war für mich ein grosses Erlebnis wenn die Wagen von den Loren gezogen wurden. Bei der Gelegenheit fragte mich mal ein Schausteller wo denn der nächste Kaufmann sei. So entstand der erste Kontakt zu dieser Gruppe. Das interessante an diesem Schausteller war, dass er 3 Geschäfte mitführte. Schiessbude, Benzin-Motorrollerbahn und die Steile Wand(Todesfahrer) Das war genau das Richtige für mich.
Mein Weg führte nun, zusammen mit einem engen Freund, täglich nach der Schule auf den Festplatz. Dort haben wir beide dann häufig die Motorräder der "Todesfahrer" putzen dürfen und durften während der Proben sogar unten im Kessel stehen. Da waren wir natürlich gaaaanz WICHTIG! Das war 1950. Der Kontakt zu den Kindern dieser Schaustellerfamilie besteht heute noch. Durch diese Zusammenkünfte lernte man natürlich auch andere Schausteller kennen und z.T.auch schätzen. Der Besuch der grossen Festplätze in Deutschland sind auch heute noch ein sogen. "MUSS". Die Verbindung vom Schausteller zum Circusinhaber driftet hier nicht weit auseinander. (Komödianten)
In diesen Jahren kamen auch die grossen Circusse in unsere Stadt. Die Stadt Schleswig, mit seinen inzwischen nur noch 26000 Einwohner, ist von je her eine Circusfreudige Stadt die auch von Grossbetrieben angesteuert wird. So kamen damals die Grosscircusse Gebr.Belli, Apollo,Plötz-Althoff, Franz Althoff, Holzmüller, Carola Williams , Krone um nur die damals grössten Unternehmen zu nennen. Im Prinzip spielte sich der Kontaktaufbau analog der Schausteller ab, nur das es nun über die Artisten und Tierpfleger lief. Die hatten immer etwas einzukaufen oder wollten etwas wissen über die versch.Dinge in der Stadt. Was dann zwangsläufig passieren musste, war, dass man nun täglich auf dem Circusplatz herumlungerte und ab und zu durch die Absperrgitter hereingelassen wurde. Das war die "TRAUMWELT" für mich und am liebsten wäre ich ausgekniffen und mitgefahren. In der Zwischenzeit ist man älter geworden, die Schule sollte nicht vernachlässigt werden und der vernünftige Schulabschluss stand bevor. Dann kam die kaufmännische Lehre und mit knapp 19 Jahren ging es in den Aussendienst. Das war mein Metier, denn nun hatte ich durch grosse Reisen innerhalb des Bundesgebietes die Möglichkeit, anhand der Circusplakate in den Städten, sofort nach dem"Rechten" zu schauen. Ich wurde allerdings erst vor 12 Jahren Mitglied in der GCD und somit vertieften sich auch die Kontakte zu best.Personengruppen. Fahrten nach Monte Carlo zum Festival oder Paris sowie Circusbesuche innerhalb und ausserhalb von Deutschland sind immer ein besonderes High-Light.
Seit ein paar Jahren treffen wir uns mit Gleichgesinnten und bekakeln alles was mit Circus zu tun hat. Meine Frau hat sich im Laufe unserer langjährigen Ehe ebenfalls für mein Hobby entschieden.
Ein ganz besonderes Erlebnis war natürlich der Besuch von Ringling Bros./Barnum&Bailey Circus in Washington DC im Jahre 93.
Es gibt natürlich noch weitere Erlebnisse die aber im Moment den Rahmen sprengen würden.

Bis zum nächsten Mal ein herzliches
"MANEGE FREI- DAS SPIEL BEGINNT"
Peter Jepsen :)
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Re: So begann mein Freude am Circus !

Ungelesener Beitragvon Pedro » 11.07.2007, 13:43

Moin,moin liebe Circusfreunde,

ich denke, dass ein besonderes Erlebnis in den Jahren 1951-1953 ? mein Interesse am Circus noch mehr intensiviert hat.
Ich wohnte mit meinen Eltern und Geschwistern in unmittelbarer Nachbarschaft eines regional bedeutenden Pferdehändlers. Durch alte Bekanntschaft meiner Eltern zu diesem Geschäftsmann, war ich dort wie eigenes Kind im Hause und trieb mich in der Freizeit täglich dort auf dem Hof herum. Peter, damit war ich gemeint, war für alle Botengänge gut und durfte auch schon mal Pferde vor Käufern mustern. Mustern bedeutet, mit dem Pferd laufen.
Das passierte dann in einer Strasse abseits vom Verkehr. Ausser dem An-u.Verkauf von Gebrauchspferde, wurden monatlich hunderte von Schlachtpferde nach Frankreich und Belgien verladen. Damit begann auch meine besondere
Liebe zu diesen Tieren, Schlachtpferde taten mir aber immer leid. Nach dieser,o.a.Zeit, brach plötzlich die Konjunktur
in diesem Gewerbe zusammen und das Geschäft erfuhr einen gewissen Stillstand. Der Inhaber und einige Händler waren inzwischen verstorben und somit stand auch zwangsweise ein Teil der Stallungen leer. Wenn ich mich nun recht erinnere, standen eines abends plötzlich einige Circuswagen der Fa.Holzmüller auf dem Hof.Nun wurde es ja noch interessanter für mich und nichts wie hin. Um welchen Holzmüller es sich handelte kann ich nicht sagen. Mein erster Weg führte natürlich in den Stall und siehe da, die Überraschung war gross. Da stand ein grosser Elefant und ein Kamel im Stall. Draussen stand ein Käfigwagen(Affen) ein Wohnwagen und ein Transportwagen für den Elefanten. Der schnelle Kontakt zu den Eheleuten Holzmüller, war logischerweise sofort da. So erfuhr ich, dass der Elefant "Mary"hiess. Ich konnte aber nicht erfahren -oder habe auch nicht gefragt -wo sie herkommen und was sie machen.
Nun gut, ich nenne ihn mal Circus, überwinterte dort bis zum Frühjahr und zog dann weiter. Wer diese Holmüller waren können eventuell ältere Circusfreunde wissen. Ich denke, dass sie von einem Engagement aus Dänemark zurück gekommen sind und meine Nachbarschaft als Winterquartier genutzt haben.
Diese beiden geschilderten Erlebnisse aus meiner Jugend, bildeten einen weiteren Mosaikstein um das Interesse für den Circus mit seinen Pferden und Exoten, oder auch für das " Fahrende Volk"

Viele Grüsse
Peter Jepsen
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Re: So begann mein Freude am Circus !

Ungelesener Beitragvon Thierry » 16.07.2007, 19:55

Hallo Liebe Circusfreunde,

ich muss bei diesem thema sehr weit ausholen.
meine mutter hat immer für die familie köllner wäsche gewaschen.damals waren meine geschwister noch ganz klein und ich noch nicht auf der welt.dieser circus hies,apollo .dort muss wohl eine oma rosi gewohnt haben, die immer rumgeschriehen hat.diese oma rosi ist die tante von joachim köllner vom direktor des heutigen circus barlay.
ich will damit sagen, das von seitens meiner mutter immer sehr grosses interesse am circus bestanden hat.
ich war 8 jahre alt ,sprich 1988 gastierte in landau ein circus hansa von neigert.
der clown banane sprich der remo verliebte sich in meine schwester.so ist meine mutter mit mir und meiner schwester zum circus an den wochenenden gefahren.
irgendwann waren meine schwester und der remo getrennt.
ich und meine mutter sind aber immer noch dort hingefahren.in der ziwschenzeit hat man sich mit der familie neigert angefreundet.
nach und nach kamen kontakte zu anderen circusfamilien zustande, wie bügler, tränkler, schickler und köllner usw.
1992 hat der circus hansa in landau gastiert.zu diesem denkwürdigen anlass war ich dann das erstemal als clown in der manege zu bewundern.unter anderem mit der elisabeth axte, die dieses jahr in monaco zu bewundern war.sie war beim circus hansa mit ihren eltern mit dem kopftrapez und dem nilpferd engagiert,2 camele hatten sie auch.
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Re: So begann mein Freude am Circus !

Ungelesener Beitragvon Thierry » 16.07.2007, 20:18

das ist ja noch lange nicht alles...
ich war damals und bin es heute immer noch so in den circus verliebt das glaubt mir keiner.
ein freund wollte mich in den ferien nach italien mitnehmen, ich dankte recht freundlich und sagte, ich fahr lieber zum circus.ich habe beim circus hansa das circusleben mit seinen ganzen facetten kennengelernt.auf und abbau.fahrtage, reklame, tierdressur und die sitten und gebräuche der komödianten die mich heute noch prägen.ich halte immer noch kontakt mit diesem circus.
natürlich reizten mich auch später andere circusse.der circus der mir am besten gefallen hat, war der circus fliegenpilz, er war mein lieblingscircus.
als ich den führerschein hatte, habe ich mir die elite der europäischen circusse angeschaut.

derzeit besuche ich eine schauspielschule am variete bellissima in speyer und habe meine eigene firma gegründet, die sich auf kinder events spezialisiert hat.

für mich ist der circus mein leben und das was mich wirklich glücklich macht.

Liebe Grüße Thierry
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Wie wird man Circusfreund?

Ungelesener Beitragvon Klaus » 22.07.2007, 21:50

Hier mal eine persönliche Frage: Wie wird man Circusfreund? Wie bin ich es geworden? In meiner Kindheit – so um 1950 – war es ja nicht schwer, ein Circusfreund zu werden. Mehr oder weniger jeder Junge träumte da vom Circus. Es gab das Abenteuer "Circus" noch in seiner vollen Strahlkraft. Die großen Ereignisse für "die ganze Familie" beschränkten sich ja auf den Oster-Besuch im Zoo, auf den Jahrmarktsbesuch und eben auf den Besuch eines großen Circus – von denen im Berlin der Nachkriegszeit fortlaufend welche gastierten.

Solch Gastspiel am Funkturm war in aller Munde. Schon unser Lehrer in der Schule sprach darüber ("wart Ihr schon da?"). Seitens unseres Grundschullehrers ist mir die Bemerkung erinnerlich: "Habt Ihr in der neuen Wochenschau (Anm.: Vorspann zum Kino-Film) den "Tarzan" gesehen mit seinen Tigern?" Er meinte Gilbert Houcke, der damals mehrfach in Berlin aufgetreten war. Selbst im Gymnasium erklärte uns der Mathe-Lehrer, dass nun am Funkturm der Circus Hagenbeck gastiere. Wir sollten unbedingt hin, der sei berühmt für seine Tiernummern (dass es nicht der "richtige" Hagenbeck war, sondern das Unternehmen Adolf Althoffs, das konnte der Magister nicht wissen).

Schon der Aufbau eines Circus war für viele Menschen ein Ereignis. Hunderte schauten zu. Zogen die Elefanten schließlich vom Güterbahnhof durch die Stadt zum Circusplatz, dann folgte ihnen ein Pulk von Schaulustigen durch die Straßen – und natürlich wir Kinder.

Der eigentliche Auslöser für meine außergewöhnliche Zuneigung zum Circus war mein Großvater. Der hatte die ungewöhnliche Idee, mich mehrmals mitzunehmen in den großen Circus Gebr. Belli, der 1951 am Funkturm gastierte. "Opa" hatte offenbar selbst Spaß daran. So sah ich die Belli-Vorstellung bei diesem Berlin-Gastspiel insgesamt sieben Mal; Belli gastierte ja mehrere Monate lang in Berlin.

Nicht genug! Auch in der Tierschau war ich unter Anleitung meines Großvaters mehrfach, und zwar immer während der Nachmittagsvorstellung. Da wurden laufend neue Tiere zur Manege geführt oder kamen zurück von dort, es probten die Marokkaner ihre Sprünge und Pyramiden, die Schulpferde wurden trainiert und die Ballett-Mädchen, in Erwartung ihres nächsten Auftritts, erschienen in immer wieder anderen Kostümen.

So lernte ich schon als Kind genau hinzusehen in der Vorstellung. Ich lernte Veränderungen und Feinheiten festzustellen, für die ein "Normal"-Besucher gar kein Auge haben konnte. Und ich lernte den Circus "hinter den Kulissen" kennen. Mein Großvater erklärte mir vieles. Er hatte das richtige Gespür auch für die menschliche Seite der Circusleute. Auf diese Weise hat sich dieser "Circus-Bazillus" bei mir schon früh verfangen...

Nun sind meine Ausführungen viel länger ausgefallen als vorgesehen. Naja, die Macht der Erinnerungen... Frage: wie war es bei Euch, wie kamt Ihr an das ungewöhnliche Hobby "Circus"?
Viele Grüße
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Wie wird man Circusfreund?

Ungelesener Beitragvon Admin » 22.07.2007, 21:57

Ich verbrachte meine Schulzeit in Ulm/Neu-Ulm und dort in der Friedrichsau war ein kleiner Zoo (der eines Tages abbrannte) und ein Bärenzwinger. Hier war ich fast jeden Tag und die beiden Bären "Hamo" und "Monika" kannten mich gut. Da ich mit beiden über den Graben hinweg laut sprach und diese auf mich reagierten, bemerkte es deren Pfleger Adamski und von da an durfte ich auch mit hinter die Kulissen. Der Pfleger der Menschenaffen und der Robben und Seeelefanten in der Wilhelma in Stuttgart, Heinz Scharpf stammte auch aus Ulm und von ihm erzählte mir Herr Adamski. Von da an wollte ich Tierpfleger werden.
Schon vorher besuchte ich gerne jeden Circus und meine frühesten Kindheitserinnerungen waren die erste Schweinenummer Jean Albert (Schangel) Hoppe und die Krokodile und Schlangen von Karah Khavak. Beide lernte ich später kennen und mit Leici und Tommy Kocka (Karah Khavak) verbindet mich bis heute eine gute Freundschaft.
Aber auch bei jedem Jahrmarkt half ich beim Aufbau und hatte immer genug Freikarten für die Geschäfte. Ich liebte das "Teufelsrad" und bei einigen Geschicklichkeitsautomatenspielen war ich gefürchtet, da ich dort fast jedes Mal gewann.
Als ich 14 Jahre alt war, flog in meiner Nähe einem Familiencircus das Chapiteau weg und so lernte ich diese Familie kennen und lieben. Mit einigen davon bin ich bis heute noch befreundet und den riesigen Elefantenbullen Shenka mit seinem Mahout Stefan Frank kenne ich nun
seit 40 Jahren ! Damals begann mein Liebe zum Circus. Aber meine Eltern waren entsetzt und so musste ich einen 20 tägigen Ferienaufenhalt im Californischen National Circus von Carl Althoff im Sommer 1965 förmlich erzwingen. Damals lernte ich dort Erich Leuzinger, Theo und Edda Hartmann und den Eisbären-Siggi kennen. Erich Leuzinger und die Artisten Los Orlatos (Fam. Hübner) und Susan Saren/Tacoma rieten mir zuerst mal eine Lehre zu machen, dann könne ich immer noch zum Circus gehen. Diesen Rat befolgte ich.
1971 war es dann soweit, da heuerte mich Wolfgang Paschke an und ich wurde Raubtierkutscher bei Gerd Siemoneit's Circus Barum-Safari, schaffte dazu im Postbüro mit und baute das Restaurationszelt auf und ab.
1972 war ich Assistent von Walter Voelckel bei dessen Eigenproduktion "Deutscher National Circus". 1973-1976 arbeitete ich für Conny's Flipper Show, Österreichischer National Circus, Zoo Circo Nones in Sizilien und anderen reisenden Shows. Im Herbst 1976 ging ich dann als Werbe- und Organisationsleiter an ein Theater und damit endete meine aktive Circuszeit.

Jahre zuvor, bei einem Besuch im Kronebau in München lernte ich Helmbrecht Hoppe kennen und dieser nahm mich zu einem Treffen der Circusfreunde mit. Damals wurde ich Mitglied der GCD und dort blieb ich dann über 30 Jahre als Mitglied, baute verschiedene Sektionen in Stuttgart, Frankfurt und Freiburg mit auf bzw. unterstützte dort die Sektionsleiter aktiv. Dazu schrieb ich über 10 Jahre aktiv Circusberichte und Artistenportraits in der Deutschen Circuszeitung.
Vor wenigen Jahren gab ich diese Mitgliedschaft aus Verärgerung auf, da ich während eines zweimonatigen Winteraufenthalts in Spanien und Portugal nicht in der Lage war die Mitgliedsgebühr zu überweisen und dann über mehrere Monate keine Circuszeitung mehr zugeschickt bekam. Erst nach einem halben Jahr kam eine Zahlungserinnerung und dann merkte ich, dass ich die Zeitung gar nicht wirklich vermisst hatte und verzichtete nun auf die weitere Mitgliedschaft in diesem Verein.
Heute bin ich kein "Circusfreund" mehr, sondern ein "halber Reisender". So sage ich dies auch überall, da der Begriff "Circusfreund" leider keine Wertschätzung bei Circussen mehr geniesst. Zuviele missbrauchen die Nähe zur GCD für ihre egoistischen Motive und verärgern damit die Circusleute.
Auch diese vereinsinternen Gepflogenheiten, die mit ein Grund für meinen Austritt waren, haben schon viele Circusdirektoren und Artisten verärgert. Dies ist mit ein Grund, dass die Anzahl "reisender Mitglieder" in der GCD prozentual recht gering ist.
Wenn ein Circusfreund bei einem Circus eine aktuelle Circuszeitung mitbringt, dann wandert diese durch viele Hände und jeder blättert mal schnell durch und liest einen Teil der Informationen. Aber sammeln tut dies dort kaum einer.
Durch die Vielfalt der Informationen über Circus im Internet benötige ich diese Printmedien schon lange nicht mehr und die Vereinsmeierei war noch nie meine Stärke. Diesbezüglich bin ich ein Einzelgänger, der "frei" sein will. Aber ich achte seriöse Circusfreunde in ihrem Hobby !!
Mit circensischen Grüßen

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Re: Wie wird man Circusfreund?

Ungelesener Beitragvon Ludwig » 22.07.2007, 22:00

:lol: Hallo und auch mich hat es schon im Kindergartenalter erwischt und der Zirkusplatz lag ja 250m hinter dem Kindergarten nur dass eine kleine Holzbrücke über die Fulda dorthin führte brachte mir manchen Ärger ein. Das erste Mal von meiner Kindertante und später von meiner Mutter. Als letzten Sommer im Bilderbogen Hessen ein Kurzporträt über mich gebracht wurde kam meine alte weit über 80jährige Kindertante zu mir und erzählte wie schwer es war mich zu halten wenn ein Zirkus in der Stadt war und sie dann auf dem Stuhl nur noch weinen konnte. Aber auch hier war es mein Großvater, der mich Anfang der 50er Jahre zum Zirkus mitgenommen hatte.Nahezu 20 Jahre ruhte der Virus, bis er auf einem Flohmarkt wieder zum AUSBRUCH kam. Ein "KRONE" Wagen hatte es mir angetan und eine zweite Hand wollte diesen Wagen vor mir noch schnell nehmen, da erkannte ich einen Schulfreund und schon war es geschehen! Ja die vielen Begegnungen- auch meine erste Liebe fand ich auf dem Zirkusplatz - mit Menschen vom Zirkus können hier nur gestreift werden. Ich glaube "Mausi" die Elefantenkuh vom Zirkus Franz Althoff hat mich mit dem Rüssel fast durch einen Güterwagen gezogen, doch eine andere E-Kuh umfasste den Rüssel von Mausi und so kam ich mit dem Schrecken davon. Jetzt habe ich auch ein "Elefantenfieber", neben unseren "Drahtseilübungen", die ich als Jugendlicher, ebenso wie Radfahren rückwärts oft geübt hatte. Ja Zirkus und Kirmes waren in unserer kleinen Stadt eine willkommene Abwechslung. Waren die Plätze wieder leer, war ich oft traurig. Und noch immer sind Kinder vom Zirkus fasziniert. Das sollten wir fördern. Mit diesem Wunsch sende ich alle guten Wünsche Euer Ludwig
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Re: Wie wird man Circusfreund?

Ungelesener Beitragvon Gerd » 22.07.2007, 22:03

Hallo Klaus,

die meisten "Circusfreunde", die ich kenne wurden wie Du und ich schon als Kinder vom schönen "Virus der Circusbegeisterung" erfaßt. Mich reizten vor allem die Tiere, die Artisten, das besondere Flair bei einer Vorstellung im Chapiteau. Die schmissige Musik, die glitzernden Kostüme, die vielen Tiere, die knisternde Spannung bei den Artisten und gleich anschließend das befreiende Lachen bei den Clowns. Dies alles faszinierte mich schon als kleines Kind sehr! :)

Ich kenne nur wenige, die erst als Erwachsene die Liebe zum Circus entdeckten. :o

Für mich dagegen waren es neben Weihnachten die "allerschönsten Feiertage", wenn ein Circus in die Stadt kam. Schon bei den ersten bunten
Plakaten wurde bei mir die VORFREUDE geweckt. Je näher der Aufbautag und der Premierentag kamen umso nervöser wurde ich! ;) Nach der Schule zog es mich direkt zum Circusplatz. Wie diese Circusleidenschaft als Kind bei mir entstand lässt sich nur lückenhaft rekonstruieren:

Im schönen Mainz wuchs ich auf, wo ich 1963 geboren wurde. Meine Eltern nahmen mich schon als Kleinkind früh und gerne mit in den Circus. Meine Eltern besuchten mit mir jeden großen Circus. An die ersten Circuserlebnisse kann ich mich jedoch leider nicht mehr erinnern, da ich noch zu klein war... ;)

Meine Eltern berichteten jedoch wie begeistert ich vom Circus "Franz Althoff" und von "Schneider's Lilliputaner Circus" war. Tagelang war der Circusbesuch mein liebstes Gesprächsthema. Meine gleichaltrigen Spielgenossen und Nachbarskinder brachte ich öfter dazu, daß wir "Circus" nachspielten. Fernsehserien wie später "Salto Mortale" faszinierten mich und machten Lust auf mehr...

Die ersten Circusbesuche, an die ich mich noch ganz bewußt erinnere waren Anfang/Mitte der 70er Jahre bei "KRONE" und "SARRASANI", die damals meine absoluten Lieblingscircusse waren. Bei KRONE faszinierten mich am meisten die Elefanten, die vielen Pferde und das Ballett. Fritz MEY-SARRASANI bewunderte ich wegen seiner unermüdlichen Energie und Willenskraft! Stundenlang war ich in der Tierschau. Die Programmhefte blätterte ich hunderte Male durch. Ich habe sie noch immer!

Später kamen "Willi HAGENBECK" (Dir. Ingrid Hoppe-Hagenbeck) und "BUSCH-ROLAND" mit Tierdressuren vom Schweizer Circus KNIE als weitere "Lieblingscircusse" hinzu. Auch deren Programmhefte habe ich bis heute noch aufgehoben und in Ehre gehalten! :)

Natürlich wurde von mir JEDER Circus in Mainz besucht, JEDES Plakat und JEDER Zeitungsschnipsel über Circus gesammelt und später auch hunderte von Aussenaufnahmen geknipst. Auch die kleineren Circusse in den Vororten und Stadtteilen von Mainz zogen mich magisch an. Hier konnte man den Menschen und Tieren noch etwas näher kommen als in den Tierschauen der großen Circusse.

Weil im Großraum Wiesbaden auch oft Circusse im Winterquartier waren, war ich dort auch oft zu Besuch. Dort half ich Wagen, Logenkästen, Requisiten mit frischer Farbe zu versehen. Als der Circus "ARAMANNT" seinen allerersten Viermaster bekam, war ich beim ersten Aufbau in Darmstadt mit dabei. Ebenso beim ersten 4Master vom damaligen Circus "SALOMOND" (vormals Circus "RODEO"). Das sind Erlebnisse, die man nicht vergisst.

Einigen Circussen, wo nähere Kontakte entstanden waren, reiste ich dann einige Wochen hinterher, bis sie dann entfernungsmäßig für mich zu weit weg waren. Der Aktionsradius wurde dann allmählich auch größer: erst mit dem Bus, später mit der Bahn. Interessante Circusgastspiele in Wiesbaden, Frankfurt, Darmstadt, Offenbach, Heidelberg, usw. liess ich nicht mehr entgehen.

Durch die jedes mal mit großer Spannung erwartete und so sehr herbeigesehnte "Circus Zeitung" kam ich an die Termine. In jener "Circus Zeitung" las ich damals voller Begeisterung Artikel von Klaus, von Peter und anderen. ;)

Dort las ich dann auch Berichte und sah Fotos von Circusunternehmen,
die ich selbst noch nicht gesehen hatte, weil sie für mich als Kind/Jugendlicher nicht erreichbar waren. Später nahmen mich ältere Circusfreunde mit ihrem Auto mit, wenn sie Circusse weiter weg besuchten. So sah ich dann auch erstmals Circusunternehmen in der Schweiz, Österreich und in den Niederlanden.

Als ich dann selbst den Führerschein hatte, fielen die letzten Grenzen und ich konnte noch mehr Circus sehen. In der Pubertät hatte ich mal eine Phase von rund 2 Jahren, wo mein Circusvirus in den Hintergrund trat, doch irgendwann war die alte Begeisterung wieder da. Ich begann - wie Klaus und Peter - für die "Circus Zeitung" Berichte zu schreiben und lernte viele Artisten näher kennen. Zu vielen verbindet mich bis heute noch eine tiefe Freundschaft.

Der erste Ritt auf einem Circuselefanten, die erste Mithilfe beim Zeltauf- und Abbau, das erste Mal ein Kamel und ein Yak in die Manege führen, das erste Mal eine Livree angezogen zu haben, das erste Mal beim Gradin aufbauen geholfen zu haben, das erste Mal beim plakatieren geholfen zu haben, die erste Nacht in einem Circuscamping, die erste Nacht in einem Oberlichtwagen, einen Circuswagen gestrichen zu haben, das erste Schreiben auf einer Uralt-Schreibmaschine in einem Bürowagen, die erste Einladung von Circusleuten in dem Küchenwagen zum Mittagessen, mehrfaches Mitreisen mit diversen Circussen in den Ferien und im Urlaub, usw., sind mir heute immer noch bestens in Erinnerung.

Das klingt zwar alles recht unspektakulär, vielleicht auch ein wenig romantisch; es waren alles aber viele kleine, wichtige Ereignisse die meine Liebe zum Circus tiefer werden liessen.

Wie war es bei Euch???
Viele Grüsse

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Re: Wie wird man Circusfreund?

Ungelesener Beitragvon Gerd » 22.07.2007, 22:04

Hier noch eine kleine Ergänzung:

Der Circus hat mich schon als Kind voll in seinen Bann gezogen.

Dementsprechend waren zu dieser Zeit meine Berufswünsche:

- Elefantendresseur

oder

- Clown. :D

Beide Berufswünsche waren nicht zu realisieren.

Hattet Ihr als Kinder ähnliche "Traumberufe"???
Viele Grüsse

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Re: Wie wird man Circusfreund?

Ungelesener Beitragvon Volker Reinke » 22.07.2007, 22:51

Ich suchte als 16jähriger eine zusätzliche Einnahmequelle zu meiner damals spärlich ausfallenden Ausbildungsbeihilfe. Ich erlernte den Beruf des Kaufmann im Groß- und Außenhandel, Lehrherr war der zweitgrößte deutsche Fruchtimporteur (Fa. Früco, Hamburg, Filiale Dortmund-Großmarkt). Das ist ein frühes Geschäft und ich hatte bereits mittags um 12 Uhr Feierabend und somit in den Nachmittagsstunden und an den Wochenende Zeit um Dieter Farell mit seiner neuen (damals größten europäischen) gemischten Raubtiergruppe an der Kasse und in der Moderation zu helfen. 1967 lernte ich den damaligen Sektionsleiter der GCD-Karlsruhe Walter Utry kennen, der mich dann auch prompt für die GCD warb. Nach erfolgreichem Abschluß meiner Ausbildung ging ich zu dem mir inzwischen lieb gewordenen Circus in den verschiedensten Positionen und bin ihm im Herzen bis Heute treu geblieben.
Im nächsten Jahr bin ich seit 40 Jahren Mitglied der GCD.
Mit circensischen Grüßen

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Re: Wie wird man Circusfreund?

Ungelesener Beitragvon Klaus » 22.07.2007, 22:52

Lieber Volker Reinke,

ich erinnere mich noch gut, Dich als Ringmaster und Sprecher bei Barum erlebt zu haben – mit Zylinder und rotem Frack am Rande der Manege. War damals in den ersten Jahren des Circus Siemoneit-Barum.

Einmal haben wir wohl auch bei Wolfgang Paschke im Camping – Hans-Dieter Schweitzer war u. a. dabei – feuchtfröhlich fast die ganze Nacht verbracht, jedenfalls habe ich mein Hotelzimmer dann nicht mehr aufgesucht, weil bereits der Morgen dämmerte. Naja, ist lange her...
Viele Grüße
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Re: Wie wird man Circusfreund?

Ungelesener Beitragvon Juergen P. » 23.07.2007, 11:03

Ich war so sieben Jahre alt, wohnte mit meiner Familie in München, da hiess es plötzlich an einem Wochenende im Fasching – wir gehen in den Circus. Die Kinder durften kostümiert kommen. Beim Einlass in den Circus Krone – dass es Krone war wurde mir erst später bewusst – sagte ein Mann in einer Uniform „ schau mal an – ein Kasperl „ und er meinte wohl mich in meinem gelb-schwarzen Kostüm mit der weissen Filz-Kappe. Wir sassen ziemlich weit oben und der Circus war voll mit wuselnden Kindern. An das Programm kann ich mich nicht mehr erinnern – wohl noch an eine kleine Frau im Raubtierkäfig. Nur ob es Raubkatzen oder Bären waren – keine Ahnung mehr. Auf jeden Fall war dieser Nachmittag ein bleibendes Ereignis und so sollte mich wohl mein ganzes Leben lang der Circus begleiten und in den Krone - Bau bin ich bis heute noch ganz oft gekommen.
Gruss Jürgen P.
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Re: So begann mein Freude am Circus !

Ungelesener Beitragvon Uwe T. » 24.07.2007, 16:56

Kurz zu mir und meinem „Circus- Virus“. So lange ich denken kann begeistere ich mich für dieses Metier in all seinen Formen. Kindheitserinnerungen sind kleinste Wandercircusse, die in meiner Heimatstadt Stade zu Gast waren. Erster näherer Kontakt kam dann mit dem damaligen Circus „Berlin“ von Heinz Wille zustande, welcher 3 oder 4 Winter in der alten Saline in Stade überwinterte. Jede freie Minute verbrachte ich selbstverständlich auf diesem Gelände bei den Tieren. Elefantenlehrer war derzeit der Vater der Gebrüder Balder, heute Clowns bei Barum.
Um 1970 herum verbrachte ich meine Ferien bei Sarrasani und half im Stall von Stanislav Basta, welcher hier mit 5 Elefanten und einem 12er Zug Araber im Programm. war.
Seit 1980 ich dann unzählige Urlaube im Circus Busch-Roland. Arbeit im Büro und in den letzten Jahren in der Restauration , aber auch in der Reklamekolonne ( Kassel und Antwerpen) bescherten mir unvergessliche schöne und interessante Einblicke hinter die Kulissen eines der ältesten und seriösesten Circusse. Ingrid Geier- Busch verdanke ich in dieser Hinsicht unheimlich viel- durch unsere Freundschaft durfte ich dabei sein und „fast“ dazu gehören. Höhepunkte waren hier sicher die Dresdner Weihnachtscircusse, bei denen ich bis auf 2 Jahre , immer dabei war.
Mein Herz schlägt auf jeden Fall, nicht zuletzt auf Grund meiner Freundschaft zu Busch-Roland, welche bis heute ununterbrochen besteht, für den klassischen Circus mit Tieren. Möge es ihn noch lange geben....


Mit circensischer Begeisterung

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Re: Wie wird man Circusfreund?

Ungelesener Beitragvon Admin » 25.07.2007, 00:42

Circusrentner hat geschrieben:1967 lernte ich den damaligen Sektionsleiter der GCD-Karlsruhe Walter Utry kennen, der mich dann auch prompt für die GCD warb.


Soweit ich mich entsinnen kann, warb mich Helmbrecht Hoppe an. Zumindestens schleppte er mich zu einer Versammlung der Circusfreunde in München mit. Vorher hatte er mich im Krone-Bau zu seinem Eselreiten als Akteur angeheuert. Das machte ich aber nicht oft, da diese Biester mich einmal böse in die Logen beförderten. ;) :lol:

Viele Jahre/Jahrzehnte blieb ich diesem Verein treu. Erst vor wenigen Jahren habe ich diesen aus persönlichen Gründen verlassen.
Mit circensischen Grüßen

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Re: Wie wird man Circusfreund?

Ungelesener Beitragvon Wolfgang A. » 19.10.2008, 09:29

Auch ich wurde schon als Kind von dem Virus Circus befallen. Bis zu meinem fünften Lebensjahr wohnten wir in einem Flüchtlingslager an der Stadtgrenze von Kiel. Gegenüber dieses Lagers schlugen immer die Circusse ihre Zelte auf und ich verbrachte die Zeit dann dort, was mir immer sehr viel Ärger durch meine Eltern einbrachte, zudem ja am Ende dieses Lagers noch ein Zintilager lag, in dem ich mich dann auch noch herumtrieb. Doch selbst der Gürtel meines Vaters, der dann auf meinem Achtersteven tanzte, konnte mich nicht davon abhalten mich weiterhin dort auf zu halten.Habe dann auch als Kind das Reiten in einem der Circusse gelernt. Meinen ersten Großcircus erlebte ich dann auch in dem Alter. Es war Sarrasani, der auf dem Wilhelmplatz stand. Erlebt habe ich ihn, in dem ich von zu Hause (damals etwa 5 Jahre alt) abhaute, Schwarz mit der Straßenbahn fuhr und auch irgendwie so in die Vorstellung kam. Es waren ja etwa 10 km Entfernung von unserem Lager bis ins Zentrum. Irgendwann tauchte dann die Polizei in Begleitung meiner Großmutter auf und ich musste nach Hause, wo es dann wieder mal eine Gürtelparty gab. Auch als wir dann vom Lager in einen Vorort Kiels zogen habe ich so weiter gemacht. Sobald ein Circus oder Kirmes im Ort war, war ich zur Stelle. Statt Schule habe ich dann lieber bei den Reisenden geholfen und mir so freien Eintritt b.z.w. Freifahrten verdient. Ergebnis war die gewohnte Party und am Samstagnachmittag war dann Nachsitzen in der Schule angesagt. Auch meine erste große Liebe im Alter von 14 Jahren war eine Circus-Angehörige. Sie hieß Evi und war die Tochter des Hauses. Bin diesem Circus dann mit dem Fahrrad zu allen Plätzen im Raum Kiel und Umgebung hinterher gefahren. Ließ sich allerdings nicht gut mit der Schule vereinbaren, was mich aber nicht weiter störte. Das waren meine ersten Begegnungen mit dem Circus. Noch Jahre danach (selbst heute noch ab und zu) hat mir meine Verwandtschaft davon erzählt und sich köstlich darüber amüsiert. Mir aber ist es dadurch vergönnt, mich heute noch daran zu erinnern. Diesen Virus bin ich bis heute nicht losgeworden und will es auch gar nicht.
Gruß Wolfgang A.

Wer einmal den Sägemehl-Staub der Manege im Hosenumschlag hatte, den lässt der Circus nicht mehr los.
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