Circus Adolf Fischer

Geschichte des Circus, Geschichten, Anekdoten, Rückblicke, Fotos, Programmhefte, ...
Bilder von Chapiteaus, Fahrzeugen, Wägen, sonstiges ..., der Gegenwart und der Vergangenheit.

Circus Adolf Fischer

Ungelesener Beitragvon Gerd » 05.07.2007, 21:47

Wer erinnert sich noch an den Circus Adolf Fischer und möchte hierüber berichten?

Inzwischen ist ein Buch unter dem Titel "A. Fischer - Circus im Tempo der Zeit" über diesen Circus in einer Auflage von 750 Stück erschienen.
Viele Grüsse

Gerd
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Re: Circus Adolf Fischer

Ungelesener Beitragvon Klaus » 05.07.2007, 21:49

Hallo Gerd,

Circus A. Fischer war bis zu seiner Einstellung in den 60er Jahren ein sehr ordentlicher Traditions-Circus – ein Groß-Circus, der damals von allen Seiten gelobt worden ist. Das Unternehmen besaß hauseigene Raubtiere (Löwen und Eisbären), Elefanten, Exoten und Pferde und zeigte stets gute Programme. In Schwabmünchen bei Augsburg befand sich das Stammquartier.

Hinzu kam die Tatsache, dass Direktor Adolf Fischer im Direktorenverband eine Rolle spielte. Er war zeitweise dessen erster Vorsitzender. Als 1955 die GCD gegründet wurde, hat Direktor Adolf Fischer der neuen Vereinigung als einer der ersten seine gute Wünsche übermittelt.

Neben dem seriösen Circus A. Fischer gab es leider andere Unternehmen des Namens "Fischer", hierbei hat der kürzlich verstorbene Heinz Fischer schon vor mehr als 50 Jahren eine unrühmliche Rolle gespielt. Es war für den Circus A. Fischer immer schwierig, sich von diesen "Trittbrettfahrern" abzugrenzen.

Sehr schön, dass jetzt ein Buch an den Circus A. Fischer erinnert, der im Nachkriegsdeutschland zu den "guten" Circusunternehmen zählte.
Viele Grüße
Klaus
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Re: Circus Adolf Fischer

Ungelesener Beitragvon Admin » 05.07.2007, 21:55

Geschrieben hat das Buch Herr Laiss aus Stühlingen.

Im Circus A. Fischer arbeitete 1954 mein Halbbruder Fritz als Elektriker. Das Winterquartier war in Schwabmünchen (südlich von Augsburg).
Zum Stammteam gehörten die Zachini's - Clowns von hohem Format.

1975 viewtopic.php?f=52&t=739 versuchte Herbert Fischer (Sohn von Adolf Fischer) ein Comeback zusammen mit Josef Holzmüller. Damals war ich in der Werbung dieses Unternehmens tätig. Leider blieb es nur bei einer Saison.
Die Witwe von Herbert Fischer lebt noch bei ihrem Sohn Reinhard Fischer. Ich sah sie letztes Jahr bei Pinder und sie ist noch sehr rüstig. Mit ihr hat sich Herr Laiss viele Stunden unterhalten und hat alle wichtigen Dokumente erhalten, die in das Buch eingeflossen sind.

Die Tochter Carmen von Herbert Fischer ist die Frau von Michele Nava, dem Reklamechef des Circus Krone.
Der andere Bruder betreibt seinen Familiencircus Fischer in Südfrankreich.
Mit circensischen Grüßen

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Re: Circus Adolf Fischer / Johnny Fischer

Ungelesener Beitragvon Admin » 19.07.2007, 12:38

Hallo Freunde !

In 1994 habe ich Johnny Fischer hier in Dänemark im Cirkus Dannebrog erlebt. Damals präsentierte er auch die Haustier-Revue.
Meine Frage: Ist Johnny Fischer mit Circus Adolf Fischer verwandet ?
In einem Elfi Althoff-Jacobi Programm (1980) habe ich einmal gesehen, dass die Elefanten Jenny und Piccolo von -glaube ich - Johnny Fischer und seinen Vater (?) vorgeführt wurden. Ist das richtig, und waren die Elefanten von der Fischer-Familie besitzt ?
Die zwei Elefanten wurden später von Direktor Haddy Enoch, Cirkus Dannebrog, gekauft, und 1994 war es letztes Mal, dass die zwei alte Damen auf Tournee waren.
War Circus Adolf Fischer einen Gross-Circus, und wann wurde der Circus gegründet ?
Vielen Dank !!

Mit den besten Grüssen
Kastoft


Johnny, in Wirklicfhkeit Reinhard Fischer ist ein Sohn von Herbert Fischer und dessen Vater war Adolf Fischer. Zu damaliger Zeit war das ein Grossunternehmen mit Sitz in Schwabmünchen (zwischen Augsburg und Landsberg/Lech).
Mein Halbbruder Fritz war nach dem Krieg eine Weile als Elektriker im Circus Adolf Fischer angestellt.
Über die Geschichte des Circus Adolf Fischer ist dieses Jahr ein Buch erschienen. Zu beziehen über den Autor Rolf-Dieter Lais aus Stühlingen.
Mit circensischen Grüßen

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Re: Circus Adolf Fischer

Ungelesener Beitragvon Admin » 17.04.2012, 10:41

15. April 1962: Im Zirkus werden Löwen mit dem Taktstock dirigiert
A. Fischer mit seiner Truppe auf der Deutschherrn-Wiese


NÜRNBERG - Mit einem dünnen Taktstöckchen tritt ein junger Mann in die Manege, in der ihn sechs Tiger und drei Löwen erwarten. Gaston Bosmann, der „Mann ohne Peitsche“, spricht mit den Raubtieren wie mit freundlichen Arbeits-Kollegen. Das ist eine Glanznummer des Großzirkus A. Fischer, der sein Zelt auf der Deutschherrn-Wiese aufgeschlagen hat.

Dort können die Nürnberger bis Donnerstag täglich um 15 und 20 Uhr jene unvergleichliche Atmosphäre erleben, die nicht allein aus dröhnender Blechmusik, Raubtiergeruch und Sägemehl besteht. Die Zuschauer in den vordersten Reihen hören es deutlich, wenn der Dompteur mit seinen Dschungel-Artisten spricht: „Wir sind alle schon fertig, willst du nicht auch zum Podest kommen . . .“, sagt er etwa zu einem Tiger, der wie ein bockiges Kind in den Sitzstreik getreten zu sein scheint.

Und brav wie ein Haustier zockelt die gefleckte Raubkatze zu ihrem Platz. Möglicherweise kann man im bequemen Fernsehsessel noch tollere Akrobatik, noch verblüffendere Balance-Akte und noch lustigere Clowns sehen. All das wird freilich den Zirkus nie ersetzen können. So verkörpert auch Fischer ein Stück der großen Zirkus-Tradition aus den ersten Jahrzehnten unseres Jahrhunderts.

Die Tierdressur steht im Mittelpunkt, und wenn Wunderelefant „Baby“ seinen Namen auf der Elefanten-Schreibmaschine fehlerlos tippt, so ist das – besonders für die Besucher – ein erster Höhepunkt der Tiervorführungen. Fliegende Menschen unter der Zirkus-Kuppel, feurige Magyaren, der Mann auf der Todesschaukel und die Hohe Schule der Pferde-Dressur: fast pausenlos wirbelt es durch das Rund, nimmt den Zuschauern den Atem und läßt sie gleich darauf herzhaft über die Musik-Clowns lachen.

Mehr mit Fotos unter: http://www.nordbayern.de/nuernberger-nachrichten/nuernberg/15-april-1962-im-zirkus-werden-lowen-mit-dem-taktstock-dirigiert-1.1997002
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Re: Circus Adolf Fischer

Ungelesener Beitragvon Admin » 05.05.2012, 00:55

Mit Erlaubnis von Reinhard (Johnny) Fischer darf ich hier Bilder aus seiner Sammlung über den Circus seines Grossvaters veröffentlichen. :D
Dateianhänge
Fischer.jpg
Familie
Fischer_Werbebahn.jpg
Werbe-Strassenbahn
Fischer_1932.jpg
Adolf Fischer 1932
Fischer_3.jpg
Bundesverdienstkreuz
Fischer_1956.jpg
1956
Fischer_1952.jpg
1952
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Re: Circus Adolf Fischer

Ungelesener Beitragvon Admin » 05.05.2012, 01:08

Diverse Werbemotive
Dateianhänge
Fischer_Illustrierte.jpg
Illustrierte
Fischer_2.jpg
Clevere Montage
Fischer 1950.jpg
1950
Fischer_1948.jpg
1948
Fischer_1944-45_ kristallpalast.jpg
1944/45 - Kristallpalast Leipzig
Fischer_1943.jpg
1943
Fischer_1941.jpg
1941
Fischer_1930.jpg
1930
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Re: Circus Adolf Fischer

Ungelesener Beitragvon Admin » 05.05.2012, 09:47

15. April 1962: Im Zirkus werden Löwen mit dem Taktstock dirigiert
A. Fischer mit seiner Truppe auf der Deutschherrn-Wiese

NÜRNBERG - Mit einem dünnen Taktstöckchen tritt ein junger Mann in die Manege, in der ihn sechs Tiger und drei Löwen erwarten. Gaston Bosmann, der „Mann ohne Peitsche“, spricht mit den Raubtieren wie mit freundlichen Arbeits-Kollegen. Das ist eine Glanznummer des Großzirkus A. Fischer, der sein Zelt auf der Deutschherrn-Wiese aufgeschlagen hat.

Aus den Nürnberger Nachrichten vom 15. April 1962
Mit Fotos und noch mehr Text unter:
http://www.nordbayern.de/nuernberger-nachrichten/nuernberg/15-april-1962-im-zirkus-werden-lowen-mit-dem-taktstock-dirigiert-1.1997002
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Vor 50 Jahren: Letzte Vorstellung des Circus A. Fischer

Ungelesener Beitragvon Klaus » 08.07.2012, 18:33

Heute (am 08. Juli) vor genau 50 Jahren gab der renommierte Circus A. Fischer in Hildesheim seine letzte Vorstellung und stellte seine Reisetätigkeit dann ein. Ein späterer Versuch, das Unternehmen abermals zu starten, blieb erfolglos. Wie Krone und Barum, so war auch der Circus Fischer aus einer reisenden Menagerie hervorgegangen. In der Zeit nach dem zweiten Weltkrieg und schon davor zählte der Circus Fischer (unter seinem langjährigen Direktor Adolf Fischer) zu den angesehensten Circussen unseres Landes. Das Unternehmen besaß hauseigene Gruppen von Raubtieren, Elefanten, Exoten und Pferden – es gab bei Adolf Fischer immer "echten Circus" zu sehen. Das Reisegebiet des Circus A. Fischer, der eine Zeitlang in Schwabmünchen bei Augsburg sein Stammquartier hatte, war im allgemeinen der süddeutsche Raum, doch auch in Hannover hat man gastiert. Nachfahren von Direktor Adolf Fischer, der 1960 verstorben ist, sind im Circus noch heute tätig.

Carmen Nava, die Ehefrau von Michel Nava, dem früheren Reklamechef von Krone und anderen bedeutenden Circussen, ist eine Enkelin von Direktor Adolf Fischer. Der Circusfreund Rolf-Dieter Lais hat ein interessantes Buch über den Circus A. Fischer geschrieben (Titel: "Die schönste Schau der Zeit"). Hierin wird die Geschichte des Circus Fischer erschöpfend dargestellt.
Viele Grüße
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Re: Circus Adolf Fischer

Ungelesener Beitragvon Circusworld » 08.06.2017, 22:16

Schon die Ankunft war eine Show für sich

Ein glutheißes Wochenende liegt hinter den Iserlohnern, das sie in großer Zahl in den beiden Freibädern der Stadt verbracht haben. Der Iserlohner Kreisanzeiger berichtet Anfang September 1961 mit Bild aus dem überfüllten Schleddenhof und zeigt daneben die Wermingser Straße an einem Sonntagmittag – menschenleer. Auf der Lokalseite der Montagsausgabe findet sich auch diese Meldung: „Von Dienstag bis Freitag gastiert auf dem Bädekerplatz der Circus A. Fischer. Mit Tierdressuren – besonders der berühmten Elefantengruppe – der klassischen Hohen Schule auf edlen Pferden, Artistik unter der Zeltkuppel und in der Arena und natürlich viel Musik und Humor wird die Programmfolge unter dem Titel ,Lachen, Jazz und Sensationen’ viele Freunde der zirzensischen Kunst anlocken.“

Doch bevor es in der Manege des Zirkuszeltes am Bädekerplatz turbulent zugeht, haben zunächst die Tiere ihren offensichtlich viel beachteten Auftritt in der Iserlohner Innenstadt, den die Bildberichterstatter des Iserlohner Kreisanzeigers dokumentiert haben. Die Bilder von damals finden sich im umfangreichen Fotoarchiv des Wichelhovenhauses, das ab 1958 das alltägliche und außergewöhnliche Geschehen in der Waldstadt gewissermaßen bildlich konserviert hat.

Am 5. September 1961 zieht der Zirkus durch die Stadt: Elefanten und Kamele sind da zu sehen, die offenbar vom Bahnhof in Richtung Bädekerplatz geführt werden und dabei durchaus für Aufsehen bei den am Rande stehenden Menschen sorgen. Die Bilder wurden damals nie veröffentlicht, stattdessen konzentriert sich der IKZ in seiner Berichterstattung auf die Circus-Vorstellungen in der Manege, und so erfährt der heutige Leser auch, dass damals dressierte Seelöwen und Büffel ebenso zum Programm gehörten wie Schäferhunde und Pferde.

Der Umzug durch die Innenstadt mutet aus heutiger Sicht außergewöhnlich an, doch damals war es üblich, dass Zirkusunternehmen mit ihrem Tross per Bahn reisten und dann die letzten Meter zum Veranstaltungsort über die Straßen zurücklegten: ein Schauspiel das auch zur Werbung genutzt wurde.

Mehr unter: https://www.ikz-online.de/staedte/iserlohn/schon-die-ankunft-war-eine-show-fuer-sich-id210803473.html
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