Circus Williams 1967

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Circus Williams 1967

Ungelesener Beitragvon Circusworld » 24.09.2017, 17:47

24. September 1967: Waghalsige Menschen, wilde Tiere

Eine überzeugende Antwort auf diese Frage gibt „Williams“ seit gestern abend mit einem dreistündigen Programm in einem Zeltbau für 5.000 Gäste auf der Deutschherrnwiese. Bei 22 Nummern zeigen waghalsige Artisten, 12 Elefanten, 12 Panther, 7 Schimpansen, 40 Lipizzaner-Hengste, Papageien und Tauben ihre Kunststücke.

Den Zuschauern stockt der Atem, wenn Menschen unter der Zirkuskuppel von Trapez zu Trapez springen oder mit wilden Raubtieren umgehen wie mit biederen Hauskatern.
Hinter all diesen Darbietungen verbirgt sich ein besonderer Reiz: die farbenprächtige Schau und ein Hauch von Romantik, die den jungen wie den älteren Zuschauer gleichermaßen gefangennehmen. Die Besucher sind gespannt, ob die großen Wagnisse gelingen; sie erleben das erlösende Gefühl, wenn alles gut gegangen ist.

Hier einige Leckerbissen aus dem reichhaltigen Programm unter Leitung von Direktorin Clara Williams und Günther Gebel-Williams: Der Juniorchef vereint drei natürliche Feinde der freien Wildbahn hinter einem dünnen Kunststoffgitter – einen indischen, einen afrikanischen Elefanten und einen bengalischen Tiger.

Als Krönung seiner Dressur reitet Gebel-Williams auf dem Tiger, der wiederum auf dem Elefanten sitzt. Nur manchmal packt den Tiger noch die alte Jagdlust, wenn er den Elefanten anspringt und sich in die Wolldecken auf dem Rücken verbeißt. Der Dompteur hat für diese Nummer, an der er zwei Jahre arbeitete, die „Ernst-Renz-Plakette“ und den „Circus-Oskar“ für Einzelleistungen erhalten.
Mit Humor übergeht der Franzose Alfredo Beautour die gefahrvollen Szenen mit seinen 12 Panthern. Als eine der gelbgefleckten Katzen nicht aus dem Zelt will, alles gute Zureden nicht hilft, da trägt er sie schließlich selbst hinaus. Die spanischen Musikclowns sorgen für Gelächter im weiten Rund. „Les Romanus“ sind übermütige Akrobaten, bringen mit todernsten Mienen die tollsten Späße und beherrschen ihre Instrumente, obwohl es im ersten Augenblick so aussieht, als wüßten sie mit ihnen nichts anzufangen.

Nicht alles in diesem bunten Programm läßt sich beschreiben. Es reicht von den menschlich agierenden Schimpansen über Buffalo Bill, der aus allen Winkeln und Lagen schießt und trifft, bis zur „Timenon-Truppe“, die Wirbel in die Manege bringt. Sie alle tragen zu dem ausgewogenen Programm bei, das keine Längen kennt.

Mit Fotos unter: http://www.nordbayern.de/region/nuernberg/24-september-1967-waghalsige-menschen-wilde-tiere-1.6659080
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Re: Circus Williams 1967

Ungelesener Beitragvon Circusworld » 28.09.2017, 20:30

26. September 1967: Hund säugt Leoparden
Aufregung im Zirkus: drei neugeborene Raubkatzen im Stich gelassen

NÜRNBERG - Die sechs Jahre alte Leoparden-Dame "Nelly" sorgte gestern vormittag für helle Aufregung im Zirkus Williams, der zur Zeit seine Zelte auf der Deutschherrnwiese aufgeschlagen hat.

"Nelly" brachte gegen zehn Uhr drei Jungen zur Welt. Aber sie erinnerte sich nicht ihrer Mutterpflichten. Sie tötete sogar eines der Drillinge, während ihr die beiden anderen noch rechtzeitig weggenommen werden konnten. Um aber für die Überlebenden eine Hunde-Amme zu bekommen, mußten die Zirkusleute alle Hebel in Bewegung setzen. In Uttenreuth fanden sie – um viele Ecken herum – eine Boxerhündin, die sich bald um die unbeholfenen Babys kümmerte.

Der Leoparden-Nachwuchs gehört nun wenigstens drei Wochen lang zum Tierbestand der Gemeinde im Landkreis Erlangen. Dann darf er wieder die Zirkusluft schnuppern, in der er geboren wurde.

Der französische Dompteur Alfredo Beautour hatte schon seit Tagen die Raubkatze aufmerksam beobachtet, das freudige Ereignis aber erst bemerkt, als er gestern wie üblich die Käfige säuberte. Ihm gelang es, die beiden Kätzchen, die noch am Leben waren, in Sicherheit zu bringen und verschaffte ihnen zunächst für die ersten Stunden ihres Lebens einen mit Heu gepolsterten Karton. Dann war guter Rat teuer.

Lutz Schöllkopf jedoch, der Pressechef des Unternehmens, hängte sich ans Telephon und bemühte sich um rasche Hilfe. Nachdem Tiergarten und Tierschutzverein nichts für ihn tun konnten, bekam er endlich von einer Nürnberger Hundezüchterin den richtigen Tip: "Leica vom Schätzkästlein", deren Besitzer Karl H. in Uttenreuth lebt. Die sanftmütige Rassehündin hatte vor einigen Wochen vier Junge geworfen, sie konnte den tapsigen Kätzchen die eigene Mutter ersetzen.

Mehr unter: http://www.nordbayern.de/region/nuernberg/26-september-1967-hund-saugt-leoparden-1.6659373
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