Meine Ferienerlebnisse im Zirkus Charles Knie

Geschichten, Erinnerungen, Märchen und Gedichte

Meine Ferienerlebnisse im Zirkus Charles Knie

Ungelesener Beitragvon Kevin » 10.06.2008, 16:59

SOMMER 2007:

Unterwegs mit dem Zirkus Charles Knie

Eine Woche Circusleben

Bei meinem Besuch des Zirkus Charles Knie in Hamm bot mir Sascha Melnjak, der neue Direktor des Zirkus Charles Knie, an, eine Woche bei seinem Circus mitzureisen. Dieses Angebot konnte ich natürlich nicht abschlagen. Am 7. Juli war es endlich so weit. Wir, das sind Jan Golembiewski aus Melle und ich wurden von meiner Mutter ins über 500 Kilometer entfernte Lahr im Schwarzwald gebracht. Um kurz nach zehn Uhr am Morgen angekommen, bauten wir schnell unser Campingzelt zwischen den Circuswagen auf. Meine Mutter machte sich noch am selben Tag auf den Heimweg nach Dülmen. Gerade mit dem Aufbau fertig begrüßte uns schon Circusfreund Peter Burger, der den Circus an diesem Tag besuchte. Als Kenneth Huesca während unseres Abendessens an unserem Zelt vorbeikam, sagt er nur “Ah Tourista”.

Am Abend besuchten wir noch einmal “ in Ruhe ” die Vorstellung, bevor wir am Sonntag beim Einlass und danach beim Abbau halfen. Der Abbau ist wirklich harte Knochenarbeit, genauso wie der Aufbau. Nachdem unser Campingzelt und das Gepäck in einem Transport verstaut waren, machten wir uns auf den Weg in die nächste Gastspielstadt, die in diesem Fall das knapp 100 Kilometer entfernte Horb am Neckar war. Das eigentlich geplante Gastspiel in Freudenstadt fiel wegen Platzproblemen aus. Die Fahrt, bei der ich Corty Althoff mit dem Elefantentransport begleiten durfte, sollte sehr abenteuerlich werden. Im Schlepptau, immer direkt hinter uns, fuhren Marek Jama und mein Kumpel Jan. Nach einer Stunde merkten wir, dass wir uns verfahren hatten, mussten also wenden, dann schlugen wir den vermeintlich richtigen Weg ein, doch dieser erwies sich als genauso falsch, er war zu steil, also mussten wir mitten in einer schmalen, engen Straße mit dem Elefantentransport umdrehen, das kostete uns rund eine Stunde. Um ziemlich genau 23.30 Uhr kamen wir also endlich in Horb auf dem Festplatz an. Tja, wir waren da, doch wo war unser Gepäck und das Campingzelt? Dies lag noch in einem Transport, der erst mitten in der Nacht in Horb ankam. Also schloss uns Marek Jama sein Auto auf und wir übernachteten ziemlich unbequem dort drinnen, nur in T-Shirt und kurzer Hose und im sitzen.

Nach einer kalten, ungemütlichen Nacht fuhren wir am Montag nach Göppingen um Reklame zu machen. Jan war mit der so genannten “ großen Reklame “ Platten hängen und ich mit der “ kleinen Reklame “ Ladenwerbung machen. Diese Arbeit ist auch nicht ohne. Oft genug wird man abgewiesen und einem wird nicht erlaubt dort oder dort zu plakatieren. Auch bequeme Schuhe sollten bei dieser Arbeit Pflicht sein. Am Abend wieder in Horb angekommen, bauten wir unser Campingzelt mitten in einer unwegsamen, matschigen Wiese auf. Ziemlich übermüdet schliefen wir schnell ein. Am Dienstag wollten wir eigentlich wieder mit der Reklamekolonne mitfahren, doch wir verschliefen. So gab uns Sascha Melnjak eine andere Aufgabe. Wir wuschen Kasse, Büro, Presse und Restaurationswagen.

Am Mittwoch und Donnerstag bekamen Entree-Schriftzug und Restaurationswagen einen neuen Anstrich verpasst. Abends wurde die Fassade errichtet und neue Fotos für das Vorzelt zum Aufhängen bereit gemacht. Bei der Dekoration des Vorzeltes halfen wir am Morgen vor der Premiere. Zur Nachmittags- und Abendvorstellung halfen wir wieder beim Einlass und trotz des tropisch-warmen Wetters füllte sich die Nachmittagsvorstellung zu 3/4, abends wurde es so voll, dass sogar einige Besucher nachhause geschickt werden mussten. Nach der Vorstellung saßen wir noch mit einigen Artisten, Mitarbeitern und der Direktion im Vorzelt. Bis um 1 Uhr in der Nacht wurden Geschichten aus alten und neuen Circuszeiten erzählt. Wir konnten uns vor lachen kaum noch halten. Besonders Corty Althoff konnte mit interessanten Geschichten aus seinem Circusleben aufwarten. Alles in allem ein gelungener, toller aber auch letzter Abend, denn am Samstag ging es wieder nach Hause.

Dieser Bericht erschien auch auf meiner Zirkus Charles Knie Fanpage
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Re: Meine Ferienerlebnisse im Zirkus Charles Knie

Ungelesener Beitragvon Kevin » 13.06.2008, 16:30

Herbstferien 2007 im Zirkus Charles Knie

Nach der tollen Woche im Sommer, ging es am 23.09.2007 wieder mit dem Zirkus Charles Knie auf Tour – und diesmal für fast zwei Wochen und mit Circusfreund Benedikt Ricken. Im hessischen Butzbach, wo das Unternehmen gastierte bauten wir am Sonntagmittag unser Campingzelt auf der Wiese auf, nachdem wir von Sascha Melnjak einen Platz zugewiesen bekamen. An diesem sonnigen Herbsttag gab es nicht allzu viel zu tun, so mache ich mehrmals einen Rundgang über den Platz und wurde von vielen bekannten Gesichtern sehr freundlich begrüßt und empfangen. Nach der für September schon recht kalten Nacht stand ich am Montag schon recht früh auf, ging zum Mannschaftswagen um mich zu Duschen – doch anstatt dem erwartetem warmem Wasser kam nur eiskaltes aus der Leitung. Naja, jedenfalls war ich jetzt richtig wach. Am Vormittag und Nachmittag halfen wir Egla beim Packen des Postversandes und am späten Nachmittag bekamen wir Besuch von einem Wiesbadener Circusfreund, mit dem wir nach der Abendvorstellung noch relativ lange bei Mc Donalds über alles mögliche geplaudert haben. Auch ein anderer Circusfreund besuchte an diesem Tag den Circus, aber über diesen war ich weniger erfreut. Und wer denkt, beim Circus ist in der Nacht nichts los, der täuscht sich gewaltig. Von Mc Donalds um Mitternacht wieder zurück, probte die Truppe Gibadulin noch auf der Strasse am Circusplatz ihre Jonglage mit Feuerkeulen. Auch am Dienstag hieß es wieder früh aufstehen, denn es war Abbau angesagt und am Abend ging es weiter nach Bensheim. Unser Campingzelt bauten wir schnell ab und verstauten es samt unsere Gepäcks zum Transport im „Badezimmer“ von Sigrid Redenius. Während Benedikt half, die Zaunelemente der Tiergehege zu verladen, baute ich an der Fassade mit ab. Nun hieß es nach der Nachmittagsvorstellung ersteinmal eine Mitfahrgelegenheit zu suchen. Benedikt fuhr mit dem Seelöwen- und Papageienwagen und mich nahm Pressesprecherin Maria Eleky mit zum nächsten Platz. Sie versprach mir von Anfang an eine Abenteuerfahrt und hielt ihr Versprechen auch. Kurz hinter dem Frankfurter Kreuz sagte sie, dass wir mal wieder tanken sollten, da die Tankanzeige an ihrem LKW nicht richtig funktionierte, so steuerten wir den Rasthof Gräfenhausen an und was passiert? Nicht viel mehr als 20 Meter vor der Zapfsäule geht der Wagen aus. Zum Glück fand sich ein netter LKW-Fahrer der Marias Wagen das kleine Stück vorgezogen hat. So konnten wir tanken und machten uns nach dem 45 minütigen „Zwangsstop“ weiter auf den Weg nach Bensheim. Für Benedikt, der auf dem Seelöwen- und Papageientransport mitfuhr, dauerte die Umsetzung noch ein wenig länger, da ein Reifenplatzer auf der Autobahn ebenfalls für Verzögerung sorgte. Auf dem Festplatz in Bensheim angekommen baute ich dann alleine schon unser Campingzelt auf, richtete es ein und sorgte für Stromversorgung. Am nächsten Tag, nach dem Frühstück halfen wir wieder im Pressewagen beim Packen. Zwischendurch wurde meine Hilfe beim „Einparken“ der Restaurationswagen benötigt. Nach einer wiederum sehr kalten Nacht, die im Zelt aber recht angenehm war, da Walter Roth uns seine kleine Heizung lieh, erwartete uns ein regnerischer Premieretag in Bensheim. Am Vormittag brachte ich mit Sascha die Post weg und der Rest des Tages war „frei“ für uns, da es nichts grösseres zutun gab. Freitag fingen wir dann an Flyer für die nächste Stadt zu wiegen und am Abend bekamen wir wieder Besuch von Circusfreunden. Auch hier fuhren wir nach der Abendvorstellung noch zum Mc Donalds um uns über die Neuigkeiten der Circuswelt auszutauschen. Auch am Samstag gab es nichts grösseres zutun, doch es war inzwischen recht kalt geworden und wir waren froh über die Heizung von Walter. Joachim Sperlich lud uns nach der Abendvorstellung ein, bei der Geburtstagsparty seines Sohnes René im Vorzelt dabeizusein. Es war ein gelungener Abend, an dem viele Mitarbeiter des Zirkus dabei waren. Es wurden viele nette und interessante Gespräche geführt und es war weit nach 1 Uhr in der Nacht, ehe die letzten gingen. Am Sonntagmorgen wachte ich durch den Abbau auf. Wir standen neben dem Seelöwenbecken – zum Glück auf einem Hügel – denn das Wasser wurde abgelassen. Wie schon in Butzbach bauten wir unser Zelt schnell ab und verstauten es in Sigrids „Badezimmer“. Hier wurde schon recht viel vorab abgebaut, immerhin stand ein etwas weiterer Sprung von über 160 km nach Fulda an. Nach dem vom Circus bestellten Mittagessen sollten wir die parkenden Autos der Besucher einweisen, da eine Gasse vor der Ausfahrt des Platzes freigelassen werden sollte, um die abfahrenden Transporte nicht zu behindern. Nach der Pause der Nachmittagsvorstellung fuhren wir mit Elke Roth zum nächsten Platz. Nach zwei Stunden kamen wir an, auch der engen „Ochsenwiese“ . Doch hier bot sich aufgrund der Enge ein Problem. Wohin mit unserem Campingzelt? Da dieses Problem nicht so schnell zu klären war, verbrachten wir die Nacht provisorisch im Pressewagen. Am nächsten Morgen fand sich ein Stellplatz zwischen den Mannschaftswagen und Sandro Montez´ Wohnwagen, leider direkt an einem Fußgängerweg, aber nun gut, das war ja kein grosses Problem, nur manchmal etwas laut. Nach dem Aufbau unserer Unterkunft musste ich mich erstmal etwas hinlegen, ich hatte mich ziemlich erkältet. Ich bekam auch Besuch von einem Tierschaubesucher, der tatsächlich dachte, es seien Tiere in dem Zelt. Benedikt half derweil beim Packen für Neuwied. Danach, als ich mich ein Wenig ausgeruht hatte ging es erstmal einkaufen. Der Supermarkt war leider weiter weg, aber für Kleinigkeiten gab es eine Tankstelle direkt am Circusplatz. Am Abend ging ich schon früh schlafen, da es mir weiterhin nicht so gut ging. Am Morgen des Premieretags ging es mir wieder besser und ich half beim Aufbau der Fassade mit. Abends war dann „überausverkaufte“ Premiere, und am Vormittag des 03. Oktobers fand der recht gut besuchte Tag der offenen Tür mit Artisten- und Tierproben statt. Nachmittags fand ich etwas Zeit um mir die Stadt einmal etwas anzuschauen und abends gabs wieder einmal eine gemütliche Runde im Vorzelt. Donnerstag hieß es für uns dann wieder abbauen, leider waren die Ferien schon wieder vorbei. Danke auch an dieser Stelle wieder an Sascha und das tolle Team für die tolle Zeit !

Kevin Leppien, 21.10.2007
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Re: Meine Ferienerlebnisse im Zirkus Charles Knie

Ungelesener Beitragvon Admin » 13.06.2008, 17:41

Hallo Kevin,

es macht Spass :mrgreen: Deine Berichte zu lesen.
Mach weiter damit !! ;)
Mit circensischen Grüßen

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Re: Meine Ferienerlebnisse im Zirkus Charles Knie

Ungelesener Beitragvon Benjamin » 13.06.2008, 18:03

Dem kann ich nur voll und ganz zustimmen!!!
Freu´ mich schon auf die Fortsetzung!
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Re: Meine Ferienerlebnisse im Zirkus Charles Knie

Ungelesener Beitragvon Reinhard » 13.06.2008, 18:27

Tolle Berichte Danke Kevin .
Da ja Charles Knie im August 4 Wochen in Frankfurt ist, werde ich sicher das ein oder andere mal dort auftauchen. Wohne ja nur 10 Km von Frankfurt entfernt.

Gruß
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Re: Meine Ferienerlebnisse im Zirkus Charles Knie

Ungelesener Beitragvon Kevin » 13.06.2008, 18:33

Hallo zusammen,

Vielen Dank für Euer Lob ! :D

Heute Abend folgt dann der Bericht über die Osterferien ... !
Viele Grüsse,
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Re: Meine Ferienerlebnisse im Zirkus Charles Knie

Ungelesener Beitragvon Kevin » 13.06.2008, 21:45

Osterferien 2008 im Zirkus Charles Knie

In den Osterferien ging es wieder los, und diesmal in den Norden Deutschlands. In der Zeit, in der Benedikt und ich mitreisten gastierte der Zirkus Charles Knie in Neumünster und Kiel. Am Donnerstag, den 20. März kam Benedikt am Mittag in Dülmen an. Da wir – nicht wie sonst mit dem Campingzelt reisten, sondern diesmal ein Wohnmobil gemietet hatten, konnten wir dies ab 15 Uhr beladen und einrichten. Nach einer Stunde waren wir fertig und wir fuhren los. Meine Mutter brachte uns hin und wollte ursprünglich bis So. 23.03. bleiben und wollte uns in Kiel am 30.03. wieder abholen. Der Verkehr an diesem Donnerstag vor Ostern war einfach schlimm. Stau – Stau – Stau…. und so kamen wir erst nach (!) der Abendvorstellung um ca. 22.45 auf dem Jugendspielplatz in Neumünster an. Sascha war nicht am Platz, so kam Walter in dieser klirrenden Kälte noch raus und zeigte uns einen Standplatz für das Wohnmobil. Wir wollten uns gerade schlafen legen, da klopfte es an der Tür. Wer war es? Unser neuer „Nachbar“ Anthony natürlich. Er meinte nur „Welch ein Luxus gegenüber dem Zelt, das waren noch Zeiten letztes Jahr…“ Der nächste Tag, Karfreitag war spielfrei. Es gab nur von 10- 13 Uhr öffentliche Dressur- und Artistenproben, hier wurde ich von vielen sehr nett begrüßt und einige freuten sich wirklich, mich wiederzusehen. Die Proben waren bei Schneeregen zuerst schleppend besucht, doch als das Wetter dann etwas besser wurde kamen doch recht viele Leute. An diesem Vormittag lernte ich auch Circusfreund und Forumsmitglied Oliver Stöver aus Neumünster kennen, der seinen Geburtstag bei Knie feierte. In der Manege wurde ihm von Maria ein Programmheft mit besten Glüchwünschen überreicht. Nachdem die Proben beendet waren, war nicht mehr allzu viel los. Marek verpasste den Elefantenpodesten einen neuen Anstrich, die Ziegen brachen kurz aus ihrem Gehege aus, das Ballett probte Tanzeinlagen und wir halfen Egla wieder ein wenig beim Packen. Wir bekamen Besuch von den Knie-„Groupies“ :mrgreen: :mrgreen: (nicht böse gemeint) Marleen, Bianca und Conny aus Kirchlengern bei Herford. Meine Mutter ging mit denen in die Stadt und Benedikt und ich schauten uns im Wohnmobil eine DVD an, da ansonsten wirklich nichts los war. Am Samstag bekamen wir, während meine Mutter wieder mit den anderen in der Stadt war, Besuch von Circusfreunden und Forumsmitgliedern Heino und Moritz. Draussen war es am schneien und einfach nur ungemütlich. Wir saßen im Wohnmobil und redeten über alles Mögliche, und Dank Heinos mitgebrachtem Kartoffelsalat konnten wir auch nicht verhungern. Danach schauten wir uns die Vorstellung an, da ich die diesjährige zu dem Zeitpunkt erst ein Mal gesehen hatte. Anschliessend fuhren Heino und Moritz schon relativ schnell wieder nachhause, da sie am nächsten Tag eine weite Reise zu Barum nach Goslar vor sich hatten. Aufgrund der Kälte und des schlechten Wetters war auch an diesem Tag nach der Abendvorstellung nicht mehr viel auf dem Platz los. Sonntagmorgen kam auf einmal kein Wasser mehr aus unserm Wasserhahn, wir dachten der Tank sei zugefroren, doch als am Abend immer noch Ebbe herrschte, schlug uns Walter vor, einfach mal in den Tank zu schauen. Und er hatte recht. Der Tank war einfach nur leer. :P :shock: Während der Nachmittagsvorstellung saßen wir alle mal wieder im Vorzelt und Corty Althoff erzählte aus alten Zeiten, was früher alles passiert ist. Zum Pas de deux der Stipkas bin ich dann, in den Eingangsbereich des Chapiteaus um mir diese wunderschöne Nummer anzusehen. Auf einmal hörte ich Parolen „wir sind hier und wir sind laut…“ mein erster Gedanke war,: „ Oh Gott, jetzt hauen die hier alles kurz und klein“. Schon flog ich zur Seite. Ohne zu realisieren ,was eigentlich los war stand ich auf und drängte einen der Tierschützer raus. Komischerweise wehrte er sich kein bisschen. Schon kam mir das Personal aus dem Vorzelt entgegen und wir alle drängten die knapp 20 Aktivisten, die auf dem Weg in die Manege waren in Richtung Ausgang. Hinterher stellte sich heraus, dass Dany Stipka, der durch das Scheuen der Pferde herunterfiel, sich am Knie verletzt hatte und die Knie-Fans Marleen und Bianca durch Boxe in den Bauch teilweise innere Blutungen erlitten. Sie wurden zur Beobachtung ins Krankenhaus gebracht. Einige der Mitarbeiter schnappten einen der Aktivisten und die Polizei nahm ihn und 6 weitere dieser Idioten fest. Überhaupt muss man hier die Polizei loben, denn der Circus wurde ab sofort während den Vorstellungen als auch in der Nacht von den Beamten bewacht. Meine Mutter, die eigentlich ja nachhause fahren wollte blieb nun doch die ganze Zeit dabei. Durch den Zwischenfall mit den Tierrechtlern hatte ich in der Nacht ganz schlecht geschlafen und so war ich am Montag wirklich sehr sehr müde. Während der Nachmittagsvorstellung machten wir unser Wohnmobil reisefertig und fuhren zum nächsten Platz nach Kiel. Auf dem Wilhelmplatz bekamen wir durch Sascha direkt einen guten Standplatz, mit gepflastertem Untergrund vor unserer Tür, während die meisten anderen im Matsch standen. Schnell konnten wir uns am Stromnetz anschließen und während Benedikt und meine Mutter sich bei den Minusgraden die meiste Zeit im Wohnmobil aufwärmten, half ich noch beim rangieren und Stellen der Campings. Als ich später Alex Lacey begegnete grüßte er mich im vorbeigehen nur mit „Merry Christmas“, er hatte ja recht – immerhin hatten wir zu Ostern mehr Schnee als an Weihnachten. Am Aufbautag halfen wir wieder beim Packen, diesmal für Lübeck. Am Morgen des Premieretages hatten wir eine ca. 10 cm hohe Schneedecke. Der Circus bot mit dieser Puderzuckerschicht ein malerisches Bild dar. Die Premiere am Abend war zu 3 / 4 besetzt. Auch Donnerstag gab es wieder einiges zu Packen und ich half Maria beim heften der Pressemappen im Büro. Anthony half uns ausserdem beim anschließen unserer Ersatzgasflasche. Freitagmorgen war ich für Maria in der Stadt um Presseartikel kopieren zu lassen. Für den Nachmittag hatten die Tierrechtler eine grosse Demo angekündigt. Ein Polizeiaufgebot sorgte, dafür, dass die Demonstranten den Circusplatz nicht betraten. Die knapp 100 Demonstranten wurden vom Publikum nur belächelt und die Demo machte diese Leute nur noch lächerlicher als sie eigentlich schon waren. Zuschauer wurden jedenfalls nicht vom Circusbesuch abgehalten. Samstagvormittag gab es im Kieler Einkaufszentrum „Holstentörn“ eine PR-Aktion. Mona, Anthony, Rossis, das Ballett, Kenneth und Versace sowie das Orchester zeigten Ausschnitte aus dem Programm. Von uns wurden Flyer an Passanten verteilt und bei einer Tombola konnten einige Freikarten gewonnen werden. Nachmittags bekamen wir wieder Besuch, diesmal von Circusfreund Daniel Neils aus Hollenstedt und Peter Stein-Gass aus Solingen. Auch andere kleine Hilfsarbeiten wurden an diesem letzten Tag erledigt. Sonntag, 30.03. machten wir uns um 10 Uhr schon wieder auf den Weg nach Dülmen. Insgesamt wieder eine sehr schöne Zeit beim Zirkus Charles Knie auch wenn uns die Kälte in so mancher Nacht zu schaffen machte. Viele der Menschen, die beim Zirkus Charles Knie sind, sind nun zu guten Bekannten bzw. Freunden geworden. Auch wieder mein Dank an Sascha und alle anderen, die mir wieder ermöglicht haben dabeizusein. Ich habe mein Herz jedenfalls an den Circus verloren :D , naja vielleicht nicht nur direkt an den Circus ... :lol: )

von Kevin Leppien, 13.06.2008

Im Sommer geht’s wieder auf Tour: Nordhorn bis Krefeld oder evtl. sogar bis Frankfurt.

Bericht folgt dann !

Viele Grüsse,
Kevin aus Dülmen
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Re: Meine Ferienerlebnisse im Zirkus Charles Knie

Ungelesener Beitragvon Admin » 13.06.2008, 22:34

Hallo Kevin,

so ähnlich hat es bei mir auch mal angefangen. :D
Das lässt Dich nie mehr ganz los. ;)

Über eure "Abenteuer" kann ich nur schmunzeln. :mrgreen:
Danke fürs Einstellen !!
Mit circensischen Grüßen

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Re: Meine Ferienerlebnisse im Zirkus Charles Knie

Ungelesener Beitragvon benedikt » 14.06.2008, 11:29

Hallo Kevin,

Danke fürs Einstellen. Beim Lesen laufen die Szenen wie ein Film in meinem Kopf.

Ja, in meinen beiden Aufenthalten haben wir viel zusammen und jeder für sich erlebt. Wenn ich nur an den Reifenplatzer denke... ;)

Es war immer eine schöne Zeit und es werden hoffentlich noch einige neue Erfahrungen dazukommen...

An dieser Stelle ein großes Danke an Sascha und das ganze Team...
Ich/wir wurden super nett empfangen und hatten immer das Gefühl - wenn auch nur für kurze Zeit - Teil des Ganzen zu sein...Danke dafür!
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Re: Meine Ferienerlebnisse im Zirkus Charles Knie

Ungelesener Beitragvon robert z. » 16.06.2008, 01:35

Danke Kevin, für diese wunderschönen Texte!!! Das macht richtig lust selbst mal mit zufahren :D !
Ich glaub wenn ich die Zeit hätte würde ich nur solche "Dummheiten" machen :D :D :D ...

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Back again 2009...
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Re: Meine Ferienerlebnisse im Zirkus Charles Knie

Ungelesener Beitragvon Admin » 16.06.2008, 09:22

robert z. hat geschrieben:Ich glaub wenn ich die Zeit hätte würde ich nur solche "Dummheiten" machen :D :D :D ...

Robert Z.


Dummheiten :mrgreen: werden oft in den Foren geschrieben. Aber wer bei einem Circus mitreist begeht keine, sondern kommt der Realität nahe. Hinter dem Zaun zu leben ist was ganz anderes, als vor dem Zaun zu stehen. ;)
Mit circensischen Grüßen

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Re: Meine Ferienerlebnisse im Zirkus Charles Knie

Ungelesener Beitragvon Gisela » 18.06.2008, 05:09

Hallo Kevin,
danke für das Einstellen deiner Ferienerlebnisse. Für die Sommertour wünsche ich dir alles gute,
freu mich schon auf diese Berichte. :)

Herzliche Grüsse
Gisela
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Re: Meine Ferienerlebnisse im Zirkus Charles Knie

Ungelesener Beitragvon Kevin » 09.08.2008, 19:28

So, mein langer Bericht über die Sommerferien ist nun fertig ...

Sommerferien 2008

20 tolle Tage im Zirkus Charles Knie

9.07.2008: Am Vorabend hatten wir bereits das Auto mit meinem Gepäck beladen, so brachte mich mein Vater um 9 Uhr nach Nordhorn. Nach einer Stunde fahrt kamen wir an, auf dem "Neumarkt" in Nordhorn, auf dem der Zirkus sehr eng gestellt war, da nur 2 / 3 des Platzes zur Verfügung standen. In der hintersten Ecke, zwischen einem See und dem Elefantenstall fand sich ein enges, aber sehr schönes Plätzchen für mein Campingzelt. Ich richtete meine Schalfkabine ein, und schon kam Jan Golembiewski aus Melle, der wieder mit mir reiste. Auch er richtete sich in seiner Kabine ein und wir machten erstmal einen Rundgang über den Platz. Viel war noch nicht los, da viele noch nicht aus der Sommerpause zurück waren. Am Abend unterhielten wir uns noch lange mit Sascha, Mirjan und Corty Althoff über dies und dass, und bekamen gleich die Aufgabe für den nächsten Tag. Wir sollten um 6.30 Uhr mit Virgilia und Schorschi nach Frankfurt fahren, um Ladenreklame zu machen. Unterstützung bekamen wir noch von Mihei vom Fototeam. Also standen wir am nächsten Tag schon um 5.30 Uhr auf, machten uns fertig und fuhren pünktlich um 6.30 Uhr gen Frankfurt, wo wir nach ca. 4 Stunden ankamen. Wir machten an diesem Tag einige Orte im Umkreis, so steuerten wir Bad Soden, F-Höchst, Unterliederbach und einige weitere Orte an. Zum Schluss fuhren wir noch zum Festplatz am Ratsweg um dem anderen Team, das aus Mona, James und Goldi bestand, unsere restliche Reklame zu bringen, denn die beiden blieben noch bis Samstag in Frankfurt, um Reklame zu machen. Erschöpft von der vielen Lauferei bei der Hitze kamen wir erst spät Abends im verregneten, kalten Nordhorn an . Dort hatte es so sehr geregnet, dass wir sogar einen kleinen Wasserschaden am Zelt hatten. Wir kochten uns noch etwas zu Essen auf unserer elektrischen Herdplatte und legten uns danach direkt schlafen. Ab Freitag half ich beim Einlass, und während der Pausen beim Verkaufen im Buffetwagen. Da in Nordhorn das Vorzelt nicht aufgebaut werden konnte, gab es hier leider die eine oder andere verregnete Pause. Ausserdem besuchten die „Malles“ ( so werden die Knie-Groupies genannt :) ) den Circus am Freitag und Sonntag. Elaine Courtney konnte wegen einer Verletzung bis Krefeld nicht auftreten und Virgilia musste Mona zeitweise beim Hula-Hoop vertreten, da sie noch mehrere Tage in Frankfurt Reklame machte. Samstagmittag bekamen wir Besuch vom Circusfreund Heino Hasse, der sich extra auf den weiten Weg von Schleswig Holstein nach Nordhorn machte. Bei beiden Vorstellungen war wieder der Einlass und das Verkaufen im Buffet meine Aufgabe. Während der Abendvorstellung saßen wir noch mit einigen Mitarbeitern vor dem Chapiteau zusammen. Sonntagmorgen verpackten wir auch schon wieder unsere Sachen, denn es ging weiter nach Lingen. Sigrid´s Badezimmer musste also wieder als Transportraum herhalten. Nach der Pause der letzten Vorstellung fuhren wir mit Walter und Elke Roth zum nächsten Platz nach Lingen wo wir trotz kleinen Schadens an einer Zeltstange schnell unsere Unterkunft errichten konnten. Der „Schweinewagen“ wurde uns direkt vor die Tür gesetzt. Ich holte noch einige Kartons mit Flyern und Ladenhängern aus dem Reklameabteil im Ballettwagen, da es am nächsten tag wieder nach Frankfurt ging. Am Abend plauderten wir noch eine ganze Weile mit Sascha Melnjak während nach und nach alle Transporte von Nordhorn kommend ankamen, und es wurde spät. So war es weit nach 0 Uhr, als wir schlafen gingen. Um 6 Uhr am nächsten Tag hieß es schon wieder aufstehen, da es um 7 wieder Richtung Frankfurt ging. Die lange Fahrt war sehr lustig, und auf der Suche nach einem Spitznamen für uns kamen Virgilia und Schorschi schnell auf den Namen "Chippendales" 8-) :? -aus welchem Grund auch immer. Auch Mona und Goldi fuhren wieder los und blieben für mehrere Tage. Wir machten auch an diesem Ausfalltag wieder einige Orte in der Umgebung. Jan und ich wurden in Oberursel ausgesetzt, während die anderen weitere kleine Orte in der Umgebung plakatierten. Oberursel ist so groß, dass wir dort fast den ganzen Tage beschäftigt waren. Danach wurden wir wieder eingesammelt, und machten zusammen weitere kleine Orte. In einigen Orten konnten wir keine Reklame machen, da dort andere kleinere Circusse spielten. Auch die Rückfahrt nach Lingen war wieder sehr unterhaltsam, auch wenn die alten Musikkassetten mit Kleinkindmusik von Virgilia uns fast zum verzweifeln brachten :lol: :D :mrgreen: . Auch der „Hilferuf“ per SMS an Mona konnte hier nicht viel ausrichten. Als wir ankamen, mussten wir uns noch an das Stromnetz anschließen, machten noch etwas zu Essen und gingen Schlafen. Am nächsten Morgen hatten wir wieder einmal Tierschaubesucher in unserem Zelt, die mal wieder Tiere darin vermuteten, ausserdem erwartete uns Walter schon im Vorzelt, wo wir halfen Stühle, Tische und Stände aufzubauen. Am Mittag waren wir noch kurz in der Stadt zum Einkaufen und in einem Internetcafe informierten wir uns über die Neuheiten der Circuswelt. Später bekamen wir Besuch von Jan´s Mutter und auch die „Malles“ waren wieder da. Von Sommer war an diesem Dienstag aber wirklich nichts zu spüren, denn es war wieder einmal kalt geworden. So mussten wir in unserem Campingzelt nachts sogar heizen. Neben meiner üblichen Arbeit im Buffet und am Einlass half ich Maria im Büro bei der Pressearbeit. Um 9 Uhr am Mittwochmorgen ging ich für Maria los und Presseberichte in einem Copyshop zu kopieren. Der einzige in Lingen war aber am anderen Ende der Stadt und so dauerte es ein wenig bis ich wieder da war. Wieder am Circusplatz angekommen war gerade Raubtierprobe mit Alex Lacey, bei der einige Leser der Lingener Tagespost hautnah dabeisein durften. Später heftete ich noch einige Pressemappen, dann wieder das Übliche: Einlass und Buffet. Zwischen den beiden Vorstellungen weihte Walter uns in die Geheimnisse des Popcornmachens ein und fast hätte er uns mit Hilfe von Arbeiter Slawek ein Abteil im Mannschaftswagen besorgt, das klappte aber dann leider doch nicht. Am Abend kamen Mona und Goldi sowie Mirjan und Pawel dann vom Reklamemachen wieder. Das Gastspiel in Lingen war nun schon fast wieder vorbei, und keiner hätte gedacht dass es so gut werden würde. Am Abbautag kauften wir noch mal in nahe gelegenen Supermarkt ein, und auf dem Rückweg entdeckten wir einen Zettel von Tierrechtlern, der auf eine der Plakattafeln geklebt war – wir machten den Zettel ab und gaben ihn Sigrid. Vor der Vorstellung halfen wir Sigrid noch beim Packen von Werbeumschlägen. Nach der Pause wurde der Inhalt des Vorzeltes verstaut und wir fuhren wieder mit Elke und Walter zum nächsten Platz nach Meppen. Wir bekamen einen guten Standplatz mit unserem Zelt, so waren unsere Nachbarn diesmal Sigrid, Maria, Anthony sowie Elke und Walter. Vor Sigrids Wagen saßen wir noch bis spät abends mit Sigrid, Sascha, Walter , Egla, Mirjan & Co zusammen, ehe eine kalte Nacht ohne Strom, also auch ohne Heizung auf uns wartete. Am Ausfalltag ging es für uns nicht nach Frankfurt zum Reklame machen – nur Mirjan, Pawel und Sascha machten sich auf den Weg um Platten zu hängen. Sie blieben bis Sonntag. Wir hatten quasi frei also konnten wir uns ein wenig ausruhen und unsere Sachen ein wenig in Ordnung bringen. Mittags waren wir zum Essen in einer guten Pizzeria in der Nähe des Platzes und Nachmittags packte ich noch Werbeumschläge für die Gay-Night in Frankfurt zusammen. Danach wollten wir eigentlich ins angrenzende Hallenbad, aber irgendwie war ich zu müde dazu. Nach dem Abendessen legte mich vergleichsweise früh – schon um 23 Uhr schlafen. Samstag war Premiere, und ich wurde schon um 7 Uhr vom Regen geweckt, der unermüdlich aufs Zelt prasselte. Das Wasser lief auch ins Vorzelt, und um weitere Pfützen im Inneren zu verhindern zogen wir einen Graben um das Vorzelt, das wir schon am Vortag spielfertig machten. Pünktlich zur Premiere waren auch die „Malles“ wieder da. Jan bekam von Walter einen Verkaufsstand in der Tierschau doch wegen des schlechten Wetters rentierte dieser sich nur wenig. Neben meinen Standartaufgaben gab es nicht viel zutun. Nach der Abendvorstellung redete ich noch ein wenig mit Anthony, und auf dem Weg „nachhause“ ergab sich im Vorzelt noch eine kleine Spontanparty. Sonntag war auch Jans Mutter sowie meine Eltern zu Besuch, diese fuhren aber nach der Nachmittagsvorstellung wieder. Wir hatten schon relativ früh Feierabend, schauten uns die Fotos von einem Circusfreund an und später gingen Jan und ich noch mit Anthony in die Pizzeria. Wir blieben nicht lange allein – ein wenig später gesellten sich Allan Rossi und Versace zu uns, auch Reklamechef Mirjan war kurz da. Wieder am Circusplatz war uns langweilig, also beschlossen wir, auf die Suche nach den anderen zu gehen, die zu Mc Donalds wollten. Nun waren wir am Mc Donalds doch von den anderen war keine Spur, also machten wir noch einen kleinen Rundgang durch Meppen. Montagmorgen packten wir schnell alles zusammen, da ein grösserer Sprung von fast 190 km nach Krefeld anstand. Ich räumte noch Postkisten von der Kasse in den „Roncalli“-Wagen, denn Sascha wollte zur Post. Später musste ich mir noch eine neue Mitfahrgelegenheit suchen und die fand ich auch. Mona nahm mich netterweise mit. So fuhren wir mit Sascha´s PKW immer hinter Goldi her, die Monas Camping zog. 2einhalb Stunden dauerte die Fahrt, und hätte von mir aus ruhig noch länger dauern können. In Krefeld angekommen baute ich alleine unser Zelt auf, leider diesmal nur hinter den Mannschaftswagen. Jan kam auch irgendwann an, er war mit Anthony gefahren. Dienstagmorgen am Ausfalltag hieß es wieder früh aufstehen – Reklame machen. Wir standen wie abgemacht um 7 Uhr bereit, doch die Mädels ließen sich noch ein wenig Zeit, es war ja nicht mehr soo weit bis Frankfurt – so wurde es 8 Uhr ehe wir losfuhren. Auf der Hinfahrt waren wir alle am Schlafen. Dieses Mal machten wir in Königstein und anderen Orten Reklame, hier wurden wir aber insgesamt nicht so viel los wie bei den letzten Malen, und leider wurden wir aus dem Main Taunus Center quasi rausgeworfen, weil hier keine Reklame erwünscht ist. Auch in Liederbach konnten wir keine Reklame machen – hier stand Circus Baldini. Nach dem Reklamemachen fuhren wir noch mit Virgilia zu Flic Flac nach Düsseldorf, wo bereits viele andere von Knie auf uns warteten. Viele waren auch schon am Nachmittag bei Krone in Aachen. Wir schauten uns die Vorstellung bei Flic Flac an und fuhren anschließend mit Mona und Virgilia wieder zurück nach Krefeld. Jan und ich unterhielten uns noch bei uns im Zelt, doch es passierte uns ein peinliches Missgeschick. Am Mittwochmorgen wurde das Vorzelt eingerichtet, und kurzfristig ein neuer Wurststand gebaut. Zur Premiere um 20 Uhr wurden wir pünktlich fertig. Viel „Circusprominenz“ war an diesem Abend gekommen – viele Artisten und Mitarbeiter von Krone, Flic-Flac-Chef Benno Kastein, Thorsten Brandstätter vom Circus Voyage, einige Komödianten und viele Circusfreunde. Am Morgen des Donnerstags suchten wir ein Internetcafe in Krefeld und informierten uns über neues aus der Circuswelt. Im Büro frankierte ich für Sigrid am Abend Umschläge. Die Familienvorstellung am Donnerstag war bereits im Vorfeld ausverkauft, also mussten mehrere hundert Besucher auf die nächsten Vorstellungen vertröstet werden. Trotz der extremen Hitze war auch die Abendvorstellung ausverkauft. Nachdem wir um 1.40 Uhr in der Nacht von einigen Arbeitern geweckt wurden, die am Zelt wackelten und dadurch fast all unsere Anker verbogen, eine Stange zum Bruck brachten und einen Riss in die Plane machten, fuhren wir am Freitag um 7 Uhr mit Goldi nach Offenbach um dort für Frankfurt Reklame zu machen. In der Innenstadt wurden wir nur wenige Ladenhänger los, obwohl Flyer ganz gut weggingen. Um etwa 19 Uhr waren wir in Offenbach fertig und machten uns auf den Rückweg, so konnte ich in der Pause noch im Buffetwagen verkaufen. Samstag war in Krefeld von 10-13 Uhr Tag der offenen Tür, als erstes riss ich die Eintrittskarten am Eingang ab und später passte ich noch auf Damian, den kleinen Sohn von Egla und Mirjan auf. Meine Mutter rief an und teilte mir mit, dass das Nachrichtenmagazin Streiflichter in Dülmen über meine Circusferien berichten will, und dazu noch Fotos braucht. Also machten wir einige Bilder von mir bei der „Arbeit“ und nach der Abendvorstellung ein Gruppenfoto mit mir und allen Artisten, obwohl hier leider die Laceys fehlten, da diese aufgrund Martin Laceys Unfall bei Krone nach Hagen gefahren sind. Lange saßen wir noch mit einem Circusfreund im Vorzelt zusammen. In der Nacht überraschte uns ein ziemlich heftiges Gewitter und so zogen wir für diese Nacht mit unseren Luftmatratzen in den Gradinwagen. Sonntag bekamen wir Besuch von Benedikt Ricken, der mit uns zum Mittagessen nach Mc Donalds fuhr. Nach der Nachmittagsvorstellung hatten wir frei und gesellten uns zu der kleinen Grillparty im Vorzelt, später schauten wir bei den Proben zu einer neuen Nummer im Chapiteau zu, und dann half ich Mona noch beim Aufräumen der Reste von der Grillparty. Montag war leider schon unser Vorletzter Tag, wir waren morgens noch mal im Internetcafe und Eis essen, Nachmittags besuchte uns dann Circusfreund Peter Steingass aus Solingen. In der Pause der Abendvorstellung hatten wir aufgrund der Hitze alle Hände voll zutun. Wir verkauften im Buffetwagen zeitweise mit 5 Personen, da der Andrang sonst kaum zu bewältigen gewesen wäre. Eigentlich wollten wir nach der Vorstellung noch einige Einladen, unseren letzten Abend zu feiern, aber daraus wurde leider nichts. Dienstag hieß es dann leider Einpacken. Jan wurde von seiner Mutter abgeholt und meine Mutter und mein Onkel holten mich ab. Wir verabschiedeten uns von allen, und auch wenn ich KNIE schon am 15.08. in Frankfurt wieder sehe, fällt mir der Abschied nach den anstrengenden aber wunderschönen drei Wochen besonders schwer. Ich komme wieder – in den Herbstferien das steht fest und gedanklich bin ich sowieso die ganze Zeit dort…

Fortsetzung im Oktober an dieser Stelle !
Viele Grüsse,
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Re: Meine Ferienerlebnisse im Zirkus Charles Knie

Ungelesener Beitragvon Reinhard » 09.08.2008, 21:40

Super gewschrieben der Bericht. Es macht richtig Spass diesen zu lesen.

Gruss
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Re: Meine Ferienerlebnisse im Zirkus Charles Knie

Ungelesener Beitragvon Gisela » 10.08.2008, 05:44

Super gewschrieben der Bericht. Es macht richtig Spass diesen zu lesen.


dem kann ich mich nur anschließen,wieder ein toller Berich danke Kevin.
LG.Gisela

Ein Zirkus ohne Tiere? NEIN!!!

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