Nasenbär Snuffi

Geschichten, Erinnerungen, Märchen und Gedichte

Nasenbär Snuffi

Ungelesener Beitragvon Admin » 06.01.2012, 00:55

Nasenbär Snuffi

Als junger Mann fand ich bei einem Circus einen einsamen etwas verwahrlosten Nasenbär, mit starkem Haarausfall und Juckreiz am ganzen Körper. Er tat mir sehr leid und mir war klar, dass er in dem Zustand nicht mehr lange leben würde. So überredete ich den Besitzer mir das Tier in Pflege mitzugeben.
Zuhause besorgte ich Antijuckreizpulver und puderte ihn damit total ein, versorgte ihn mit Aufbaunahrung, Fleisch, rohen Eiern und vielen Früchten. Nach kurzer Zeit blühte Snuffi förmlich auf, der Juckreiz besserte sich und das Fell wuchs nach. Sein Körper wurde kräftig und zunehmend rundlich. Wir spielten viel zusammen und er liebte mich heiss und innig. Ich legte ihm ein Halsband an und nahm ihn an die Hundeleine. So gingen wir spazieren und wenn er genug hatte, kletterte an mir hoch und sass auf meiner Schulter. Vorbeikommende Leute meinten, „Oh wie niedlich“ und wollten ihn streicheln, aber da schnappte er sofort und zwickte diesen übermütigen Tierfreunden in die Finger. Selbst meiner Mutter ging das so und sie schimpfte immer über dieses bissige Vieh, das alles von mir fern hielt. Im Auto liess ich ihn frei laufen und er steckte überall seine Nase hinein, zerrupfte mir allerdings auch etwas die Autositze, so dass ich ihn immer wieder etwas bremsen musste. Aber sein Geruchsinn verführte ihn alles gründlichst zu untersuchen. Snuffi und ich hatten viel Spass miteinander, aber leider konnte ich ihn nicht dauerhaft behalten. Denn ich hätte ein entsprechendes Gehege für ihn gebraucht, was ich nicht hatte. So brachte ich ihn schweren Herzens wieder zum Circus zurück, wo ich Snuffi dann noch öfters besuchte.
Oft denke ich an diese besondere Tierfreundschaft zurück, denn sie war lustig und ganz speziell.

So habe ich oft kranke oder verletzte Tiere gesund gepflegt und dann wieder zurückgegeben. Einmal auch einen Mäusebussard, der beim Flug zur Beute in die Plane eines plötzlich heranfahrenden Lastwagen jagte und sich an seinen Flügeln verletzte. Auch ihn pflegte ich bis er wieder fliegen konnte. Dann suchte ich einen Platz in freier Natur und gab ihn frei. Er drehte noch eine halbe Runde über mir und flog dann in sein zweites Leben.

Peter B.
Mit circensischen Grüßen

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