Die Lacey`s

Portraits und Informationen über Dresseure
Benutzeravatar
Circusworld
-
-
Beiträge: 4417
Registriert: 02.07.2007, 02:02

Re: Die Lacey`s

Ungelesener Beitrag von Circusworld » 30.12.2017, 20:31

„Meine Katzen bedeuten mir alles“

„Mein ganzes Leben dreht sich um die Tiere“, sagt Alexander Lacey. Der 42-jährige Engländer gilt als weltbester Raubtierlehrer und ist momentan im Heilbronner Weihnachtscircus zu erleben.
Heilbronn. 10 Uhr, ein kalter, grauer Wintermorgen in Heilbronn. Die Parkplätze vor dem großen Zirkuszelt auf der Theresienwiese sind leer. Alexander Lacey ist seit drei Stunden auf den Beinen. So wie jeden Tag. Der erste Weg am Morgen führt ihn zu seinen „Katzen“, wie er die sechs Löwen, sieben Tiger und den Leoparden nennt.

Der letzte Gang am Abend gegen 23 Uhr gilt auch ihnen. Nur wenn es seinen Tieren gut geht, geht es ihm auch gut. Obwohl – heute fühlt er sich nicht fit, wahrscheinlich so eine Art Grippe, meint er. Doch im Bett zu bleiben ist keine Option für ihn. „Ich habe keine andere Wahl, als aufzustehen und mich um meine Katzen zu kümmern“, sagt er.

„Sie können mich fragen, was Sie wollen“, ermuntert Lacey seinen Gast, „ich werde auf jede Frage eine Antwort haben“. Eineinhalb Stunden später hat er es bewiesen. Man kann von ihm Simples wissen wollen – etwa, wie man einen Löwen überhaupt trainiert oder ob er ein Lieblingstier in seinem „Rudel“ hat, man kann ihn aber auch fragen, ob es nötig ist, dass Wildtiere in einem Zirkus auftreten „müssen“. Dass sie zu reisen haben, eingesperrt sind und nicht in Freiheit leben dürfen wie Löwen, Tiger und Leoparden das in der Regel so tun. Lacey hat auf alles eine Antwort.
Jahrelang nur ausgemistet
Als Sohn der britischen Raubtiertrainer und Zoobesitzer Martin und Susan Lacey ist er wie sein Bruder Martin jr. mit Großkatzen, Bären und Schimpansen aufgewachsen.
Doch so gerne sie es auch wollten, so richtig konnten die Geschwister nicht mit den Raubtieren in Berührung kommen. Dafür umso mehr mit ihren Hinterlassenschaften. „Wir durften jahrelang nur ausmisten und die Tiere versorgen – mehr nicht.“

Als eigene „Haustiere“ hatte Alexander Lacey vier Hühner. Eine gute Schule für später. Er lacht: „Hühnerkot klebt unglaublich. Jeden Morgen vor der Schule war ich erst mal mit Saubermachen beschäftigt.“ Doch erst, als ihr Vater mit Sicherheit wusste, dass es seinen beiden Jungs wirklich ernst ist, die sprichwörtliche „Mistarbeit“ jeden Tag auf sich zu nehmen, durften sie mit dem Training der Großkatzen beginnen. Lacey nennt es eine Ehre.
Auch heute noch ist es für ihn jeden Tag etwas Besonderes, mit den „Katzen“ arbeiten zu dürfen und von ihnen respektiert zu werden. „Ich bin meinen Eltern so dankbar, dass sie mir zuerst zeigten, wie ich bestmöglich für die Tiere sorge“, sagt er. „Leider“, fügt er hinzu, „gibt es auch Leute, die ohne dieses Wissen einfach anfangen mit Tieren zu trainieren.“

Jedes Tier ist anders
Die „Katzen“ sind sein Leben. Er kennt jedes einzelne Tier und seine Launen in- und auswendig. Drei Tiger – Max, Bella und Cashmir – und Massai, den großen Löwen, hat er mit der Flasche aufgezogen. Sie lebten bei ihm zu Hause, schliefen als Babys bei seiner Tochter im Bett. „Max“, erzählt Lacey lachend, „hat sich ein bisschen selbst erzogen. Die Dusche benutzte er als Katzenklo, und gerne schlief er in der Waschmaschine. „Wenn wir waschen wollten, mussten wir vorher immer nachschauen, ob er nicht drin liegt.“
Die Wildnis haben alle seine Tiere nie kennengelernt. Außerdem, sagt er, gebe es die heutzutage sowieso nicht mehr. Das Thema ist durch, meint Lacey. Schuld daran: der Mensch.
Die Jagd nach Ressourcen, die die natürlichen Lebensräume etwa der Menschenaffen immer mehr eingrenzen, Wilderer, Elfenbeinjäger – Lacey glaubt, dass man „wilde“ Tiere im nächsten Jahrhundert nur noch in Zoos sehen könne. Oder vielleicht im Zirkus.
Liebe, Geduld, Respekt, Vertrauen sind Begriffe, die der 42-Jährige immer wieder benutzt, wenn er über seine „Katzen“ spricht. Doch etwas anderes ist ihm ebenfalls ungemein wichtig: „Man muss ihren Geist wachhalten. Unsere Tiere erreichen alle ein hohes Alter. Erst kürzlich ist der älteste Löwe meines Bruders gestorben. Er wurde bei bester Gesundheit 26 Jahre alt. Das liegt einerseits an unserer guten Pflege, aber andererseits auch daran, dass wir sie trainieren und es ihnen nicht langweilig wird. Sie brauchen genau wie ein Kind eine gleichbleibende Struktur im Tagesablauf.“

Mehr unter: https://www.morgenweb.de/fraenkische-na ... 73934.html
--------------------------------
http://www.circusworld.de
--------------------------------
Benutzeravatar
Circusworld
-
-
Beiträge: 4417
Registriert: 02.07.2007, 02:02

Re: Die Lacey`s

Ungelesener Beitrag von Circusworld » 23.07.2018, 21:50

Alexander Lacey
„Ich weiß immer genau, wie es meinen Tieren geht“
Der bekannte Tiertrainer Alexander Lacey hat mit 17 Jahre im Zoo seiner Eltern sein erstes Raubkatzenrudel trainiert. Im FR-Interview äußert er sich zu Vorwürfen von Tierrechtsaktivisten.

Sie sagen, die Tiere seien nicht gestresst. Aber sind sie auch glücklich bei Ihnen?
Einige Leute sagen, dass ich das nicht wissen kann, weil die Katzen nicht sprechen können. Das zeigt, wie wenig diese Menschen davon verstehen. Tiere sprechen miteinander. Sie kommunizieren über Körpersprache. Das ist wie mit einer tauben Person, die nicht sprechen kann. Wir verstehen diese Person trotzdem perfekt, weil wir eine Zeichensprache entwickelt haben. Mit Tieren ist das ähnlich. Ich weiß immer genau, wie es meinen Tieren geht – ob sie gute oder schlechte Laune haben, ob sie hungrig oder durstig sind oder ob sie Kopfschmerzen haben. Ich weiß sogar, ob sie Links- oder Rechtshänder sind. Man muss lernen, sie zu verstehen.

Wenn Sie in der Manege Kommandos geben, antworten die Katzen auch mal mit einem Fauchen. Was heißt das?
In der Natur signalisiert das Rudel der Oberkatze damit Einverständnis. Das ist also ein ganz natürliches Verhalten.

Tun die Menschen genug für den Schutz wilder Raubkatzen?
Nein, überhaupt nicht. Es gibt einfach nicht mehr genug Platz für sie. Das Argument, dass die Tiere generell in die Wildnis gehören, funktioniert nicht mehr. Das ist naiv. Diese Tiere brauchen jetzt Menschen, damit es sie überhaupt weiterhin gibt. Es ist doch ironisch, genau das verbieten zu wollen. Gute Zirkusse, gute Zoos, gute Wildparks sind die größte Hoffnung für das Überleben vieler Spezies.

Mehr unter: http://www.fr.de/frankfurt/alexander-la ... -a-1548279

Kommentar: Bravo Alex, besser kann man nicht antworten !
--------------------------------
http://www.circusworld.de
--------------------------------
Benutzeravatar
Circusworld
-
-
Beiträge: 4417
Registriert: 02.07.2007, 02:02

Re: Die Lacey`s

Ungelesener Beitrag von Circusworld » 14.08.2018, 13:33

INTERVIEW
Löwendompteur: „Ich bin der Kapitän“

Ihr Bruder war im Frühjahr bereits mit Circus Krone in Nördlingen. Er lässt sich ebenfalls mit Löwen und Tigern im Käfig einsperren. Was unterscheidet Sie beide?

Lacey: Mein Bruder ist eher der Showmann. Er unterhält das Publikum sehr gut und arbeitet mit viel mehr Tieren als ich, auch mit weißen Löwen. Ich mag die klassischen lieber. Aber wir beide versuchen unsere Beziehungen zu den Tieren in den Mittelpunkt zu stellen. Die Tiere sind mir ohnehin wichtiger. Sie sollen die Show sein und die Leute begeistern, nicht ich.

Arbeiten Sie auch mit ihrem Bruder zusammen?

Lacey: Wir hatten mal ein paar Shows zusammen. Aber waren nie zur selben Zeit mit den Tieren im Käfig. Das wäre aber auch irgendwann einmal möglich.

Mehr unter: https://www.augsburger-allgemeine.de/no ... 09791.html
--------------------------------
http://www.circusworld.de
--------------------------------
Benutzeravatar
Circusworld
-
-
Beiträge: 4417
Registriert: 02.07.2007, 02:02

Re: Die Lacey`s

Ungelesener Beitrag von Circusworld » 20.04.2019, 00:18

Zirkus Charles Knie auf dem Schlossplatz
Katzenflüsterer in der Manege
Alexander Lacey ist jeden Tag im Käfig mit Tigern und Löwen. Mehr als ein paar Kratzer hat der Engländer aber in 26 Jahren nicht davongetragen. Ab Mittwoch (17. April) gastiert der Raubkatzendompteur in Münster auf dem Schlossplatz mit dem Zirkus Charles Knie, in dessen Manege er und nicht die Katzen das Sagen hat. Meistens jedenfalls.

Spitze Zähne, scharfe Krallen, 400 Kilogramm Gewicht – Löwe Masai ist ein schönes und gleichzeitig furchteinflößendes Prachtexemplar. Doch Alexander Lacey geht zu ihm in den Käfig, als wäre die Raubkatze ein Stubentiger. Ein bisschen knuddeln, ein bisschen necken – die zwei genießen den freien Tag in der Sonne, bevor sie vom heutigen Mittwoch an zwei Mal täglich in der Manege des Zirkus‘ Charles Knie auf dem Schlossplatz stehen.
Dort tummelt sich dann nicht nur Löwe Masai um den Raubkatzendompteur.

Mehr unter: https://www.wn.de/Muenster/3743410-Zirk ... SeqwCpRZxo
--------------------------------
http://www.circusworld.de
--------------------------------
Antworten