Angela Weller

Über Führungskräfte und Arbeiter beim Circus
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Circusworld
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Angela Weller

Ungelesener Beitrag von Circusworld » 15.08.2016, 13:12

Pfarrerstochter hat Karriere im Zirkus gemacht
Angela Weller ist im Kreis Göppingen als Pfarrerstochter aufgewachsen, hat studiert und ist dann zum Zirkus gegangen, wo sie insgesamt 13 Jahre blieb.

Wenn Angela Weller über ihre Zeit beim Zirkus Roncalli spricht, leuchten ihre Augen. „Ich habe noch keine Zusammenstellung von so interessanten Menschen wie bei Roncalli erlebt. Dieser Zirkus ist für mich ein Stück Heimat geworden“, schwärmt die 40-Jährige, die bis Anfang dieses Jahres insgesamt elf Jahre bei Bernhard Pauls Unternehmen mitreiste und im Kreis Göppingen aufgewachsen ist.

..., dass Weller nach der Schule etwas mit Theater machte – sie studierte Theaterdramaturgie. „Das ist sozusagen der Anwalt des Inhalts eines Stückes. Der Theaterdramaturg wählt beispielsweise die Stücke und die Schauspieler aus“, erklärt sie die Funktion des damals relativ neuen Studiengangs. „Bei der Wahl des Themas meiner Abschlussarbeit war ich ein Exot“, sagt sie. „Denn mir ist aufgefallen, dass bei der Figur Papageno in der Zauberflöte Darstellungsformen des Zirkus übernommen worden sind.“ Doch mehr hatte sie nicht mit der Manege am Hut. „Ich wollte Theaterdramaturgin werden, hatte schon Regieassistenzen in Esslingen und Ulm absolviert.“

Doch dann wurde ihr das ganze zu der Zeit zu viel. „Ich brauchte eine Pause vom Theater und fing an Briefe zu schreiben.“ Unter anderem an Bernhard Paul. „Ich wollte mal eine Saison lang Würstchen und Popcorn verkaufen, habe aber dann längere Zeit nichts von Roncalli gehört“, berichtet Weller. Doch dann kam ein Anruf vom damaligen Zirkus-Geschäftsführer, sie solle mal ihre Bewerbungsunterlagen zum Winterquartier nach Köln schicken. Da war sie 27 Jahre alt. „Angesichts meiner Ausbildung war sich die Geschäftsführung einig, dass ich zum Würstchen und Popcorn verkaufen etwas überqualifiziert war. Anderseits meinten sie, dass ich zu klein und zu zart für die Reise sei.“

Also arbeitete Angela Weller zwei Jahre lang im Kölner Winterquartier des Zirkus Roncalli, das ehemals die Heimat von Carola Williams, geborene Althoff, war, jener Frau, die dem 1. FC Köln nach dem Zweiten Weltkrieg ein Maskottchen verschaffte, indem sie dem Verein einen Ziegenbock schenkte. Dort, wo die historischen Zirkuswagen entstehen und instandgesetzt werden, war sie für Sonderveranstaltungen von Roncalli zuständig. „Dann gab es kurzfristig eine Vakanz beim Tourneegeschäft und so bin ich dann mitgereist. Insgesamt sind daraus elf Jahre geworden.“ Zunächst hatte Weller die Produktionsleitung inne, kümmerte sich darum, dass zum Beispiel die Wasser- und Kanalanschlüsse pünktlich zur Verfügung standen. Später stieg sie zur Roncalli-Pressesprecherin auf.

„Das Reisen hat mir großen Spaß gemacht. Ich habe viele tolle Leute kennen und lieben gelernt“, sagt Angela Weller. Gelebt hat sie in dieser Zeit in einem der historischen Zirkuswagen, nämlich „im schönsten Wagen aus der Sammlung von Bernhard Paul, dem Wagen Nr. 7“, wie sie erläutert. Dabei schmunzelt sie etwas wehmütig. Ihre Zirkuszeit beschreibt Weller als „wunderschön, abwechslungsreich, spannend aber auch anstrengend“.

Mehr unter: http://www.swp.de/goeppingen/lokales/la ... 81,3966053

So ganz wird sie vom Circus sicher nicht mehr wegkommen.
Dieser Mix von Theater und Circus wird sie wohl weiter beschäftigen. :D
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