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Über die Zucht und Haltung von Leoparden

Verfasst: 19.03.2010, 21:52
von Circusworld
Herbert de Larott ist seit 2003 Mitglied in den Circusworld-Foren und daher fragte ich ihn 2004 auch, ob er auf unsere Fragen eingehen möchte:

Damals kam sofort seine Zusage:

"Hallo Peter,
gerne bringe ich meine fast 20 jährige Erfahrung mit Leos mit ein.

Viele Grüsse
Herbert"


Daraus entstand auch ein sehr informativer und lustiger Dialog mit Othmar Vohringer!

Re: Herbert de Larott über die Zucht und Haltung von Leoparden

Verfasst: 19.03.2010, 21:54
von Circusworld
Antwort auf die Frage nach seiner Herkunft:

Hallo,
ich wurde in einer raabenschwarzen, von Unwettern geschwängerten Nacht in der Semmelweiß-Klinik im 18 Bezirk in Wien geboren. Meine Familie (Vater-Seite) waren Musiker z.Teil sehr berühmte. Der Onkel meines Vaters war der Komponist Jurek, der den Deutschmeister Marsch komponierte. Mein Vater war Kapellmeister beim Garde-Bataillion (Militär-Orchester von Österr.) nach seinem Ausscheiden aus dem Militärdienst (nach der Kriegsgefangenschaft) war er Kapellmeister des gr. österr. Postorchester. Ich hatte als Kind Trompetenspielen gelernt und habe aber parallel dazu - mit meinem neunten Lebensjahr - zum "Zaubern" begonnen.
LG Herbert

Re: Herbert de Larott über die Zucht und Haltung von Leoparden

Verfasst: 19.03.2010, 21:56
von Circusworld
Frage an Herbert de Larott:
Seid ihr denn Tierdresseure oder haltet ihr einfach nur Panther für eure Illussionen. Sind das einfach nur "zahme Tiere", die ihr an die Tricks der Illussionen gewöhnt ?
Woher bekommt ihr dafür die Panther?
Gruezi S.

Antwort von Herbert de Larott:
Wir haben keine Raubtier-Dressur im Sinne von "Tiger durch den Reifen", was aber nicht heißt, dass wir nicht mindestens genausoviel dressieren müssen, eben nur auf eine ganz andere Art. Wenn man meint, man nimmt ein zahmes Tier, dass dann in eine Kiste springt um darin zu verschwinden, ist das leider nicht richtig (schön wäre es ja). Erstens gibt es keine "zahmen" Raubkatzen, schon gar nicht bei den Leoparden. Man kann einen Leoparden aus eigener Zucht gr0ß ziehen, der schmust, man gewöhnt ihn an die Leine, alles läuft prima. Das Tierchen ist 15 Monate alt und innerhalb von einem Moment auf den anderen, ist alles vergessen und vorbei. Das Tier kommt auf die Bühne, schmeißt sich hin und geht keinen Schritt weiter, faucht furchterregend, reagiert weder auf schöne, noch auf harte Worte, ja nicht einmal auf Fleisch. Nun kann man mit dem Tier ganz von vorne beginnen, man möchte meinen, dass Tier wurde über Nacht vertauscht. Das ist aber eine relativ, normale Erscheinung, denn ein Leopard macht mindestens 2 Mal eine Charackter-Veränderung durch, bis er mit ca. 4-5 Jahren stabil und zuverlässig wird. Die Zeit die man nun benötigt, diesen Leoparden das Leinen-Laufen wieder beizubringen und dann noch in besagte "Zauberkiste" zu springen, von der er weiß, dass er gleich verschwinden wird (dass heißt, es wird für wenige Minuten enger, aber es ist selbstverständlich ausreichend Platz, dass er sich noch bewegen kann) benötigt mehr Zeit, als fünf Löwen "Platzsicher" zu machen. Man darf auch nicht vergessen, dass man dem Tier so viel Vertrauen geben muß, dass es akzeptiert mit einer Leine an Dich gebunden zu sein und daher keine Fluchtmöglichkeit hat. Wenn das Tier auch nur ein bisschen erschrickt, wird es seine Angst und Wut als erstes an mir auslassen. Wenn man dann versucht am nächsten Tag das Halsband anzulegen, wird man viel Geduld und Einfühlungsvermögen brauchen, damit das gelingt. Es ist eine andere Art der Dressur, aber ich denke, dass für diese Arbeit, die Beziehung Tier Mensch intensiver sein muß, dass man mehr Gefühl für das Tier braucht, als bei einer Raubkatzen-Freiheit. Unsere Art der Dressur ist eine sehr undankbare, denn man sieht sie nicht, wenn der Leopard an der Leine auf die Bühne geführt wird, in eine Kiste hüpft, um sich in den nächsten drei Sek. in ein Riesenkaninchen zu verwandeln, wird man keine Raubtier Dressur erkennen können ( der Fachmann schon, denn von Fachleuten haben wir schon sehr schöne Komplimente bekommen, auf die wir stolz sind). Unsere Dressur spielt sich hauptsächlich schon vor der Vorstellung ab, in dem wir die Tiere für die Show vorbereiten. Es ist richtig, dass wir keine Raubtiernummer im üblichen Sinne sind, sondern eine Illusions-Show von internationalem Niveau und als solche auch engagiert werden wollen. Wir sind nicht die billige Alternative zu einer Raubtier-Dressur, für die wir oft fälschlicher Weise gehalten werden.
Unsere ersten Tiere (vor fast 20 Jahren) bekamen wir aus einem Schweizer Zoo, mitlerweile ziehen wir selbst, was wieder ein Beweis einer guten Tierhaltung ist, denn Leoparden sind diesbezüglich sehr sensibel.
Ich hoffe, alle Fragen beantwortet zu haben! Viele Grüsse de Larott

Re: Herbert de Larott über die Zucht und Haltung von Leoparden

Verfasst: 19.03.2010, 21:57
von Circusworld
Begrüssung von Othmar Vohringer an Herbert de Larott:
Auch ich moechte hier ganz kurz die Gelegenheit wahrnehmen und die De Larotts herzlich begruessen.
Die Beschreibung der Leopardendressur ist sehr interessant, vor vielen Jahren dressierte ich drei Tiger fuer eine Illusions Nummer und jetzt wieder in China zehn Tiger fuer eine Illusions-Show a la Sigfried und Roy, neben meiner grossen (25) Tigernummer die im kommenden Maerz Premiere haben wird.
Herr De Larott hat recht, Raubtierdressur fuer die Illusion wird oft unterschaetzt und ist in Wirklichkeit sehr viel schwieriger als die "Freiheits" Raubtierdressur. Weil ich mit meinen Tigern immer Augen- und Hoerkontakt habe, ist es leichter fuer den Tiger, mir zu vertrauen. Herr De Larott muss aber sehr viel mehr Zeit und Geduld aufwenden, um das Vertrauen seiner Tiere zu gewinnen, da diese ihn oft weder hoeren noch sehen koennen.
Ausserdem vertrauen Leoparden nicht so schnell jemandem, da sie von Natur aus eher misstrauisch sind. Ich habe einmal eine Leopardennummer dressiert und es war die groesste "Schinderei" meines Lebens, drei Schritte vor und zwei Schritte zurueck, jeden Tag fuer viele Haare-raufende Monate.
Meinen grossen Respekt hat Herr De Larott schon verdient fuer seinen Erfolg in der Dressur der "kleinen schwarzen Teufelchen", wie ich Leoparden liebevoll nenne und ich wuensche ihm viel Erfolg und bestes Gelingen.
Eine Frage bitteschoen, wie viele "Teufelchen" besitzen Sie im Moment?
Mit kollegialem Gruss
Othmar Vohringer


Antwort von Herbert de Larott:
Guten Tag, Herr Vohringer,
ich habe mich wirklich gefreut, als ich Ihre Zeilen lesen durfte, erstens, weil Sie geschrieben wurden und zum zweiten, dass ein Dresseur tatsächlich die Dressur-Arbeit eines Illusionisten anerkennt. Ich freue mich sehr darüber, dass Sie auch Leoparden Erfahrung haben, denn ich bin nicht zu stolz, um zu glauben, dass ich alles über Tiere weiß und dass ich jede auftredende Schwierigkeit sofort und unfehlbar einschätzen und somit in den Griff kriegen kann. Gerne würde ich zwischendurch eine Einschätzung eines Kollegen erfragen, auch wenn alle Tiere Individualisten sind, kann man doch immer von gewissen Paralellen partizipieren. Gerne würde ich wissen, lieber Herr Vohringer, ob Sie bei Leoparden schon eigene Nachzucht hatten. Zur Zeit haben wir drei bunte und einen schwarzen Leoparden. Wir werden aber unseren Bestand noch um einen männlichen Leoparden erhöhen. Das Leoparden misstrauisch sind, kann ich nur bestättigen und das Misstrauen wird zwischendurch nur noch durch Sturheit übertroffen. Der sprichwörtliche Esel ist dagegen ein frommes Osterlamm. Sehr gerne würde ich auch mit Tiger arbeiten, was sich jetzt aber nicht mehr realisieren lässt, da meine Requisiten, die Grösse und Stärke meiner Gehege, also das gesamte, für Logistik und Show notwendiges Equpment, auf die Grösse von Leoparden abgestimmt ist. Wenn alles einigermaßen läuft, bin ich mit meinen Leos auch ganz glücklich, obwohl sie manchmal ganz schöne "Verbrecher" sind. Ich wünsche Ihnen mit Ihren Schützlingen ein herzliches "toi, toi, toi"
Herbert de Larott

Re: Herbert de Larott über die Zucht und Haltung von Leoparden

Verfasst: 19.03.2010, 21:58
von Circusworld
Antwort von Othmar Vohringer:
Sehr geehrter Herr De Larott.

Vielen dank fuer ihre Antwort.
Meine Antwort auf ihre Frage ob ich schon Leoparden gezuechtet habe muss ich leider verneinen.
Verstehen Sie mich bitte nicht falsch, aber wie Sie richtig erkennen koennen Leoparden sehr stur sein und daher wollte ich erst gar nicht mit der Zucht anfangen.
Ich habe damals die Tiere nur dressiert, das heisst, das erste Jahr war ich eigentlich nur damit beschaeftigt Streitereien unter den Tieren zu unterbinden.
Die Tiere waren so kampfeslustig, dass ich jeden einzelnen am Sitz anbinden musste, aber sobald einer losgemacht wurde ging der sprichwoertliche Teufel los.
Sollten Sie einen Erfahrungsaustausch wuenschen oder Rat brauchen, bin ich gerne dazu bereit. Aber erwarten Sie bitte nicht, dass ich auf alles eine Antwort im "Hut" habe. Das Hauptproblem in der Tierdressur ist, dass viele nicht nachdenken wenn sie ein Problem haben oder die Tiere nicht richtig studieren und nicht versuchen zu deuten was das Tier "sagen" will.
Auch ich wuensche Ihnen, toi, toi, toi.

Moegen alle Ihre Tage Zirkustage sein, oder in Ihrem Fall magische Tage, voll Freude, Heiterkeit und Zauber.

Othmar


Antwort von Herbert de Larott:
Lieber Herr Vohringer,
die Sachen aus dem Hut zu holen, ist dann doch etwas magisches und dafür bin ich ja zuständig. Ein Erfahrungs-Austausch kann aber sehr nützlich sein, denn manchmal wird man auch mit Krankheits-Symptomen konfrontiert, bei denen ein Tierarzt auch nicht helfen kann, da er ja meistens nur an ein narkotisiertes Tier herangeht. Wenn dann ein Kollege, in seiner Laufbahn einen ähnlich gelagerten Fall hatte, kann das schon sehr hilfreich sein. Deshalb auch meine Frage an Sie, ob Sie schon mit Leoparden gezüchtet haben, da wir noch ein oder zweimal nachziehen wollen und es dabei unserer Katze so optimal gestalten möchen wie es nur möglich ist. Unser Jung-Leopard (15 Monate, männl. kastriert) hat seit einigen Monaten die Angewohnheit, sein großes Geschäft in die Wasserschüssel, oder ganz knapp daneben zu verrichten. Erst dachten wir, dass wäre Besitzanspruch seinem Gehege-Kollegen gegenüber. Aber seit einigen Wochen halten wir ihn alleine und es hat sich nicht geändert. Das sind so Dinge, die mich beschäftigen. Natürlich ist das kein Umstand der Grund zur Sorge gibt, aber ich glaube ein jeder Dresseur will so viel als möglich von dem Charackter seines Tieres dargelegt haben.
Ich wünsche Ihnen viel Freude bei Ihrer Arbeit und verbleibe mit freundlichen Grüssen
Herbert

Re: Herbert de Larott über die Zucht und Haltung von Leoparden

Verfasst: 19.03.2010, 22:00
von Circusworld
Antwort von Othmar Vohringer:
Unser Jung-Leopard (15 Monate, männl. kastriert) hat seit einigen Monaten die Angewohnheit, sein großes Geschäft in die Wasserschüssel, oder ganz knapp daneben zu verrichten. Erst dachten wir, dass wäre Besitzanspruch seinem Gehege-Kollegen gegenüber. Aber seit einigen Wochen halten wir ihn alleine und es hat sich nicht geändert. Das sind so Dinge, die mich beschäftigen. Natürlich ist das kein Umstand der Grund zur Sorge gibt, aber ich glaube ein jeder Dresseur will so viel als möglich von dem Charackter seines Tieres dargelegt haben.
Herbert
Sehr geehrter Herbert.

Das Zuechten von Gross - Katzen ist bei allen gleich. Meine beste Erfahrung habe ich gemacht, indem ich mit schwangeren Tigern nicht zu "muetterlich" umgehe. Damit meine ich, dass ich die Tiere nicht aus der Nummer auslasse, auch bekommen sie keine "schonende" Behandlung. Damit moechte ich ereichen, dass der Tiger sich nicht "wundern" soll, ob vieleicht etwas nicht recht ist oder sogar falsch.
Erst wenn die Schwangerschaft in den lezten Wochen vor der Geburt ist, lasse ich die werdende Mutter in ihrem Wohnkaefig, in dieser Zeit werde ich ihr eine zweite Kaefighaelfte anbieten, die verdunkelt ist und mit viel Stroh ausgelegt. Dies gibt der Mutter genuegend Zeit, sich mit diesem "Nestkaefig" vertraut zu machen und ihn als den zu akzeptieren, in dem sie ihre Jungen zu Welt bringen wird.

In der zweiten Woche der Schwangerschaft beginne ich, die Futterration langsam zu erhoehen, bis sie am Ende etwa drei Kilo Fleisch mehr bekommt, als normalerweise. Bei einem Leoparden denke ich, das ein Kilo mehr genuegend ist. Auch gebe ich der werdenden Mutter stark verduennte Milch, (1/3 Milch 2/3 Wasser) einmal am Tag und der Rest ist dann nur Wasser. In die Milch schlage ich mindestens zwei frische Eier und einen Essloeffel Fisch Oel (Lebertran). Ebenso verschiedene Vitamine und Mineralien wie Kalzium, Vitamin B Block, Vitamin A, Vitamin D und Vitamin C. Sollten Sie ihren Leoparden bereits eine Zusatz Vitamin Mischung beigeben, beachten Sie bitte den Inhalt der mit dem Zusatzpulver geliefert wird befvor sie mehr Vitamine beifuegen.

Nach der Geburt verabreiche ich der Mutter fuer drei Tage Antibiotika, um entwaigen Entzuendungen in der Gebaermutter und den Geschechtsteilen vorzubeugen. Diese Medizin verabreiche ich in Pillenform oder mit Spritze Intravenoes. Die Verabreichungsform entscheidet sich am Gemuetszustand der Mutter.

Alle meine Tiger sind dressiert fuer aerztliche Behandlung, aber manchmal laesst sich eine Mutter nicht eine Spritze geben. VORSICHT: Bleiben Sie mit den Medikamenten gerade unter der beschriebenen Dosis und erhoehen nur bei bedarf. Das Antibiotika wird via die Milch an die Jungen weitergegeben und kann denen Schaden zufuegen. Auch machen sie ganz sicher das dem Antibiotika keine Steroide beigefuegt werden.

Was das den Leoparden betrifft, der seine Wasserschuessel als Toilette benuetzt.

Einige Raubkatzen, aber auch andere Tiere machen das so, um deren Geruchsmarke zu verbreiten. Das machen einige Tiere auch in freier Wildbahn. Versuchen Sie folgendes: Sollte das Tier eine regelmaessige Toiletten Zeit haben, die meisten Tiere sind regular, nehmen Sie die Wasserpfanne eine Stunde vorher weg. Als Ersatz streuen Sie in einer Ecke dick Saegespaene oder Saegemehl. Befeuchten sie das Saegemehl leicht mit einer Mischung von Wasser und Amoniak, 70% Wasser der Rest Ammoniak. Raubtiere lieben den Reruch von Ammoniak und ueberspruehen es oder machen das "grosse Geschaeftchen" darueber.

Wenn Sie die Wasserpfannen desinfizieren spuelen sie diese sehr gut mit heissem Wasser, denn machmal reizt auch der Nachgeruch von Desinfektionsmitteln, die meistens Ammoniak enthalten, Tiere die Schuessel als Toilette zu benuetzen.

Es macht keinen Unterschied ob ein Tier kastriert ist, alle Tier markieren. Sollte das Tier kastriert worden sein, wenn es bereits zwei Jahre alt war, dann sind die Hormone bereits im Koerper und die Kastration macht keinen Unterschied. Auch nuetzt Kastration nichts, um ein Tier zahm zu machen, dies ist ein alter Irrglaube. Ob ein Tier zahm wird oder nicht, ist Charakter- und Behandlungssache. Der einzige Umstand in dem Kastration etwas nuetzt ist, wenn ein Weibchen in Hitze kommt, aber nur dann, wenn die Kastration erfolgte, bevor das maennliche Tier zwei Jahre alt war, weil sonst wie erwaehnt, die Hormone schon im Koerper sind und der Leopard somit von den Bienen und Blumen Bescheid weiss.

Ich hoffe das diese Antwort ihnen behilflich sein wird.

Moegen alle ihre Tage Zirkustage sein voll Freude und Heiterkeit.

Othmar


Antwort von Herbert de Larott:
Sehr geehrter Othmar,
vielen Dank für die ausführliche Antwort, bei der einige Tipps dabei waren, die ich so nicht kannte, wie z.B. mit dem Ammoniak befeuchteten Sägemehl. Die Vitamine werden natürlich auch erhöht. Wir haben auch sehr gute Erfahrung gemacht, mit der Beimischung von Seetang-Pulver gibt es in Reformhäuser. Aber ich glaube, es gibt da noch eine Fülle von Tipps. Mirracoat ist ebenfalls ein hervorragendes Präparat, auch wenn das Tier nicht tragend ist, aber kein sehr schönes Fell hat, wie z.B. bei Stoffwechselstörungen. Das einzige Problem, dass ich glaube erkennen zu können, ist der Umstand, dass sich die Katze durch die Kater bedroht fühlt. Ich gebe sie schon in ein extra Gehege, mache auch einen Sichtschutz, trotzdem rennt die Katze an der Seite wo die Kater sind ziemlich aufgeregt hin und her. Mir ist klar, dass wenn man einen „Verbrecher“ kastriert, keine Mutter Theresa bekommt. Ich habe aber die Erfahrung gemacht (ist aber nur eine subjektive Erfahrung), dass sich Kater, wenn eine Katze in der Nähe ist, emotional sehr unterschiedlich geben. Ich denke und habe auch die Beobachtungen machen können, dass diese emotionalen Schwankungen, hormonell bedingt sind. Ich verlasse heute meinen Kater, der gut gelaunt ist, fügsam und anschmiegsam und wenn ich morgen zu ihm hinein will, steht ein zähnefletschendes Raubtier da. Es ist richtig, dass ich den Charakter nicht verändern kann, aber er bleibt zumindest weitgehendst in einer Bandbreite und somit ist das Tier besser einzuschätzen, vor allem, immer annähernd gleich. Wenn man mit 2-3 Kater und einer Katze arbeitet und die Tiere in den Requisiten ruhig bleiben sollen, ist das mit kastrierten Tieren besser. Aber ich glaube, dass man auch hier nicht die goldene Regel findet. Toi, toi, toi Herbert

Re: Herbert de Larott über die Zucht und Haltung von Leoparden

Verfasst: 19.03.2010, 22:01
von Circusworld
Antwort von Othmar Vohringer:
Lieber Herbert.
Bitte verstehen Sie mich nicht falsch. Wenn man Tiere im ganz engen Kontakt dressiert, ist es immer besser mit kastrierten Tieren zu arbeiten. Was ich mit meinem Ratschlag meinte war, dass es sehr wichtig ist, dass das Tier noch nicht geschlechtsreif ist, wenn es kastriert wird. Sollte die Kastration gemacht werden, wenn das Tier bereits geschlechtsreif ist, sind die Hormone schon im Koerper. Wie Sie sicher wissen, Hormone muessen nicht erneuert werden. Das heisst, wenn die Hormone im Koerper sind, bleiben diese bis ans Lebensende aktiv und nehmen Einfluss auf das Tier.
Mit anderen Worten, ein Tier das "zu spaet" kastriert wurde, wird trotzdem alle Paarungsverhalten an den Tag legen; auch werden sie "Besteigen", jedoch ohne Samenerguss.

Was den emotionellen Unterschied von wie "Tag" und "Nacht" angeht. Es koennte sein, dass der Leopard entweder zu spaet oder nicht richtig kastriert wurde. Bei der Kastration ist es sehr wichtig, dass auch die Druesen oberhalb der eigentlichen Hoden entfernt werden. Manche Tieraerzte sind da nicht immer ganz sicher in der Anwendung, speziell wenn es sich um sogenannte Wildtiere handelt.

Nun ist es aber doch auch so, dass Leoparden einfach sehr launische Tiere sind, heute himmelhochjauchzend und morgen boese ohne ersichtlichen Grund. Bei einigen meiner Leoparden hatte ich manchmal das Gefuehl, dass die sich selbst nicht so recht leiden konnten und auf alles losgingen, was sich bewegte, um aber eine Stunde spaeter sich anfassen und streicheln lassen. Fuer mich waren Leoparden immer wie ein grosses Fragezeichen. Gerade wenn ich dachte, dass ich sie kenne, haben sie mich belehrt, dass ich gar nichts weiss von ihnen.

Grundsaetzlich sind viele Leoparden, aber auch Tiger-Weibchen aengstlich vor Maennchen. Meine Meinung dazu ist, dass diese Tiere in freier Wildbahn ein Einzelleben fuehren, bis sie dann in die Brunst kommen. Es ist dann das Maennchen, das ein brunstiges Weibchen findet und dieses grundsaetzlich vergewaltigt.

Ich habe oft miterlebt, dass Maennchen versuchten, alle Weibchen zu "vergewaltigen", auch wenn nur ein Weibchen in der Brunst ist. Dieses aggressive Verhalten macht natuerlich den nicht-bruenstigen Weibchen, speziell den Juengeren, Angst. Daher habe ich seit Jahren eine strikte Trennung von Weibchen und Maennchen. Jene Weibchen, die besonders aengstlich sind, leben so weit weg von den Maennchen wie nur moeglich. Dies hat bei mir die Sache etwas beruhigt.

Einmal hatte ich eine lustige Geschichte mit einem solchen liebestollen Tigermann. Bei jeder Gelegenheit hat er sich an die Weibchen rangemacht. Es kam soweit, das einige juengere Weibchen sogar Angst hatten, in den Probierkaefig zu kommen. Eines Tages wurde mir das zu bunt, da habe ich mich entschlossen, meine damals unumgaenglichste Tigerin zum Maennchen in den Kaefig zu lassen. Natuerlich war sie nicht in Brunst, aber der liebestolle Tigermann wollte sich sofort an sie ranmachen. Aber die erzuernte alte Tigerin hat ihn so verpruegelt, dass er es fortan nicht mehr so eilig hatte, sich an die Weibchen zu machen, er wurde sehr behutsam und vorsichtig mit den Tigerfrauen. So helfen mir machmal Tiere, anderen Tieren Manieren beizubringen.

Moegen alle Ihre Tage Zirkustage sein voll Freude und Heiterkeit.
Othmar


Antwort von Herbert de Larott:
Lieber Othmar,
vielen Dank für Ihre ausführlichen Zeilen. Was die Kastration bei meinen Leos betrifft, habe ich sie immer zw. dem 5. und 7. Monat machen lassen. Ich denke auch, dass sie jedes Mal "ordentlich" gemacht wurde. Der hauptsächliche Grund aber war der, dass man bei einer Illusions-Show das anmarkieren der Requisiten unbedingt vermeiden muß, da ich auch elektronisch gesteuerte Requisiten habe und der Urin doch eine sehr aggresive Wirkung auf Kabel und auch auf Schmierfette wie sie in Kugellager sind, hat. Auch ist es nicht schön, wenn der Kater aus seinem Requisit rausmarkiert, und in der ersten Tischreihe füllen sich die Champagner-Gläser wie durch Zauberhand. Ich hatte einen schwarzen Panther, dass war vor ca. 17 Jahren, der hatte aus Protest jedes Mal wenn er in sein Requisit hineinsprang, erst Uriniert und hinterher einen Haufen hinein gesetzt. Ich habe die Fütterungszeiten bis zu 12 Stunden verändert, ich habe das Tier zu völlig anderen Zeiten hinein springen lassen. Es hat alles nichts genutzt. Ich war wirklich schon in Versuchung das Tier abzugeben, obwohl es ein sehr guter Panther war, er war cooperativ, zuverlässig und frei von Aggresionen. Dieses "Problem" hat sich in Rotterdam leider von selbst gelöst, als das Tier an einer bakteriellen Infektion verstarb. Wir hatten das Fleisch zum Auftauen unter dem Wagen gelegt und wir denken, dass Ratten daran herum geknabbert haben und auch ihre Bakterien hinterlassen haben. Aber das alleine war nicht der Grund, denn das Tier war insgesamt sehr schwächlich. Es hatte sich immer häufiger eppileptische Anfälle eingestellt, dass Tier war durch diese Anfälle auch geschwächt und somit hatte es den bakteriellen Attacken nichts entgegenzusetzen. Aber das ist wieder ein ganz anderes Kapitel. Trotz der für uns schlimmen Zeit in der wir leben, wünsche ich Ihnen, toi, toi, toi, Herbert

Re: Herbert de Larott über die Zucht und Haltung von Leoparden

Verfasst: 19.03.2010, 22:02
von Circusworld
Antwort von Othmar Vohringer:
Lieber Herbert (Geistesblitz)

Nun haben wir uns ja soweit ganz gut kennengelernt ueber diese Verbindung hier, was ich einmalig finde.

Aber ich moechte doch gerne wissen von dir, aus reiner Neugier, wieviele Leoparden hast du in deiner Familie, abgesehen von "Zeus"?
Und ist der "Zeus" Vater von Nachwuchs?
Wieviele von deinen Leo's sind "Blacky's" und wieviele sind "Spotty's"?

Nun hoere ich mich an wie ein Circusfan, aber als Kollege bin ich immer neugierig, was andere haben, man vergebe mir.

Aber das ist noch nicht alles was ich wissen moechte.
Machen deine Leo's nur den "Statisten" in deiner Magic show oder machen die auch Tricks?

Solltest du daran interessiert sein, einige kleine Tricks machen zu wollen, die sich gut in die Magic miteinbauen lassen, haette ich ein paar Ideen, die ich an einen guten Kollegen loslassen moechte.

Moegen alle Tage Zirkustage fuer dich sein voll Freude und Heiterkeit.
Othmar


Antwort von Herbert de Larott:
Lieber Doolittle Othmar San,
schön, dass sich jemand für meine Arbeit interessiert. Nun, ob das was ich mache als Trick zu bezeichnen ist, ist vielleicht eine Sache der Interpretation. Wenn ich mit einem Panther oder einem Leopard auf die Bühne komme und der Panther, ohne zu ziehen, wie ein Polizeihund bei Fuß läuft, so ist es zumindest ein "Kunststück", dass lange trainiert werden muß. Unser Nachwuchs-Leo macht das bereits mit 17 Monaten. Wenn ich mit meinem Zeus in die Manege komme, läuft der Panther perfekt auf dem Manegenkasten, vor den Augen des still sitzenden Publikum, einmal um den Kreis und alle 2-3m macht er auf ein Wort "Sitz" und steht erst wieder auf Kommando auf. Das sind so meine Tricks die ich mache. Tricks die man sonst im Zentralkäfig sieht, möchte ich nicht machen, obwohl meine Frau in diesem Punkt anderer Meinung ist, denn sie würde gerne als Katzennärrin mehr mit den Tieren machen. Warum ich es ablehne Tricks mit den Tieren zu machen ist leicht erklärt. Ich weigere mich, mit einer Raubtier-Nummer verglichen zu werden, denn dabei schneide ich mit drei, oder vier kleinen Miezekatzen schlecht ab. Ich möchte halt kein Dompteur sein, der auch ein bisschen zaubert. Ich bin seit meinem neunten Lebensjahr Magier, der eben in den letzten zwei Jahrzehnten auch mit Katzen zaubert. Ich habe mich z.B. für die Saison 05 beim Circus Royal in der Schweiz beworben. Die Dir. zeigte auch Interesse, als dann die Frage auf das Honorar kam, erlebten wir beide eine Überraschung. Der Dir. weil es ihm scheinbar zu hoch war und ich, als ich seine Reaktion hörte, die da lautete "Für das Geld, kriege ich ja schon eine richtige Raubtiernummer". Ich habe nicht weiter diskutiert, denn ich wollte meine und seine Zeit sparen und bin einfach nur gegangen. Wenn sich ein Direktor eine Performance wünscht, in der Tiger durch den Reifen springen, wird er mit mir immer unzufrieden sein, wenn er allerdings eine Illusion-Show von internationalem Niveau möchte, wird er mit mir seine Freude haben. Ein Dompteur bringt seine Katzen und seine Postament, etc. in die Manege und hat je nach Können seinen Erfolg. Bevor ich jedoch eine Bühne oder Manege betrete, werden erst einmal Requisiten im Wert von ca. 100.000,- € reingefahren und dann bekomme ich zu hören, dass man für das Geld auch eine "richtige" Raubkatzen Nummer kriegt. Lieber Othmar, Du wirst sicher als einfühlsamer Mensch nachvollziehen können, dass der Frust nicht grösser sein kann. Wenn ich dann in einem Variete Offerten anbringe, bekomme ich wieder zu hören "Wir nehmen keine Tiere, dass ist vielleicht mehr für den Circus". Freizeitparks waren dann die letzte Bastion, die haben aber imensen Schiß vor den Tierschützern. Das ist der Grund, warum ich die klare Grenze zwischen Illusion-Show und Raubtierfreiheit ganz akribisch und klar getrennt haben möchte. Es kommt vielleicht auch einmal die Zeit, wo ich, um einen Konkurs zu vermeiden, mit den Katzen aufhören muß und meine Bröttchen wieder als Illusionist verdienen muß. Wenn ich dann aber den Ruf eines Dompteurs habe, wird es heißen "Schau, der Dompteur, de Larott hat jetzt auch noch zum zaubern angefangen". Ich persönlich würde liebend gerne mit den Katzen mehr machen, ausloten wie weit kann ich meine Miezen bringen, etc. Aber ich bin nun mal 53 Jahre, fühle mich allerdings höchstens wie 52,5 trotzdem muß ich der Realität ins Auge sehen und begreifen, dass der Point of no return in einigen Bereichen überschritten ist. Bis jetzt hatte ich elf Leoparden, davon waren die ersten zwei (einen davon habe ich Gott sei Dank noch) schwarz, die anderen bunt. Zwei habe ich groß gezogen, handzahm und longengängig gemacht und sie dann an den schweizer Tierlehrer Jürg Jenny verkauft, der heute noch mit ihnen arbeitet. Ich denke, dass meine Show mit einer Bestzung von vier Tieren am idealsten ist. Zur Zeit habe ich vier Tiere, aber die eine weibliche Katze ist leider völlig ungeeignet und mein Schwarzer wird leider auch nicht ewig mitmachen können, also ziehe ich noch zwei Jungtiere nach. und werde dann meine Show auf dem erreichten Niveau "einfrieren" und versuchen, doch ein bisschen die Ernte einzuholen, denn der Winter des Alters kann auch lang sein.
Aber trotzdem würde ich ganz gerne von Dir einige Tips für Tricks mit den Katzen erfahren und wenn ich es nur zum Hobby für mich mache, oder vielleicht eine Longendressur für meine Frau. Ich danke Dir deshalb im voraus für das Angebot, dass ich recht gerne annehme, aber nicht in meine Show integrieren möchte. Aber ich sehe schon, es wird Zeit, dass wir uns bei einer halben Tonne Steaks und einigen guten Getränken für ein paar Tage zusammensetzen und uns unterhalten. Viele liebe Grüsse Herbert

Re: Herbert de Larott über die Zucht und Haltung von Leoparden

Verfasst: 19.03.2010, 22:03
von Circusworld
Antwort von Othmar Vohringer:
Lieber Herbert.

Vielen dank fuer die lange und genaue Auskunft.
"Schoen das sich jemand fuer meine Arbeit interessiert" sagt der Mann, Tiere und Menschen, die mit Tieren zu tun haben, interessieren mich immer, mein Freund, aber keine Filzlaeuse bitteschoen. (Ich muss immer noch lachen ueber deinen Briefwechsel mit PETA. Vieleicht mach ich das auch noch mal.)
Ich versteh deine Klagen vollkommen, als Raubtier/Magier sitzt man sozusagen in der Mitte von beiden und mir sind deine Klagen bekannt von anderen Kollegen in Amerika.
Aber glaube mir, bei uns ist das auch so geworden, 5 Tiger oder 15 Tiger, Tiger ist Tiger und niemand moechte mehr bezahlen. Manchmal verstehe ich, wenn Artisten sagen "Warum soll ich mehr machen und mir noch ein teures Kostuem kaufen? Ich werde ja nicht mehr bezahlt dafuer".
Die Zeiten haben sich sicher geaendert.
Ich werde dir meine Ideen mal persoenlich schreiben, so dass das nicht jeder so offen mitlesen kann.
Seid mir nicht boese, Freunde.
Aber ich hab einmal in meinem Leben einen ganz grossen Fehler gemacht, wo und bei wem soll verschwiegen bleiben. Ich habe dieser Person von einer verrueckten Idee mit einer Tigernummer erzaehlt, weil ich noch jung war und Rat wollte. "Bist verrueckt Othmar, das kannst nicht machen, viel zu gefaehrlich", wurde mir gesagt. Zwei Jahre spaeter wurde jemand in ganz Europa mit einer sensationellen Tigernummer gefeiert. Seither ist meine Devise "Schnauze halten und selber probieren".
Du, das waere vielleicht was fuer deine Frau, eine Longennummer mit zwei Leoparden, aber dann wollen die ja auch nicht mehr bezahlen, ausser du gehst getrennte wege und das macht auch keinen Spass, das kann ich dir aus Erfahrung sagen.
Das finde ich eine sehr gute Idee mit der Tonne von T-Bone Steak, heute hat mich Heidi angerufen aus Canada und sie ist hellauf begeistert, dass wir es endlich schaffen werden, nach Europa zu kommen, hoffentlich.
Wenn das soweit ist, muessen wir unbedingt zusammenkommen und die "Tritsch-Tratsch Polka" spielen.
Nochmals danke fuer deine Auskunft. Oh, uebrigens mir gefaellt, wie du sagst, dass dein Leopard wie ein Polizeihund "Fuss" geht und "Platz" macht. Eine Frage, Gott bin ich wiedermal neugierig heute, wenn du "Fass" sagst, tut er das auch? Waere vieleicht nuetzlich dann und wann.
Machs gut, mein Webfreund und geniesse den Rest der Saison.

Moegen alle deine Tage Zirkustage sein voll Freude und Heiterkeit.
Othmar


Antwort von Herbert de Larott:
Lieber Othmar, Doolittle San,
Zuerst zu Deiner letzten Frage, ob mein Panther auch “Fass” macht, wenn ich es ihm sage. Ob Du es glaubst, oder nicht. Das größte Kunststück ist, egal ob ich „Fass“ sage oder nicht, dass er nicht fasst. Eigentlich ist es nicht das primäre Problem, ob ich mehr bezahlt bekomme oder nicht, da ich im Moment so oder so auf einem sehr hohen Gagenlevel sitze. Was wirklich wichtig wäre ist, mehr Marktanteile zu bekommen. Im Moment habe ich eine 60% Auslastung, wenn ich mein Angebot attraktiver mache, kann ich vielleicht eine 80-90% Auslastung erreichen. Das wäre unterm Strich im Jahr auch mehr Geld, ohne das ich meine Gage erhöhen muß und ich muß keine getrennten Wege gehen, was so und so nicht funktionieren würde, da wir unsere gesamte Logistik verdoppeln müssten, extra Tiere halten, etc. Und vielleicht hat man das Glück und bekommt doch ein paar € mehr, wenn man eine zweite Darbietung anbietet. Also, wir sind diesbezüglich für jeden Tipp empfänglich, vor allem meine Frau freut sich darauf, ich gehe in der Zwischenzeit, Desinfektionsmittel, Verband und Pflaster einkaufen, dann haben wir alles zusammen, damit meine Frau beginnen kann. Ich weiß, mit Leoparden ist es schon für einen Mann mit langjähriger Erfahrung schwer, aber wenn sie nicht beginnt, wird sie auch nie wissen, ob sie dazu in der Lage ist. Viele liebe Grüße Herbert

Re: Herbert de Larott über die Zucht und Haltung von Leoparden

Verfasst: 19.03.2010, 22:05
von Circusworld
Antwort von Othmar Vohringer:
Lieber Herbert, Geistesblitz.

Mit 60% Auslastung bist du besser dran als viele, die ich kenne, manche waeren froh, 50% zu haben. Auch kenne ich viele, die nur arbeiten, um die Unkosten zu decken. Du hast sehr recht mit der Gage, hoch zu schrauben; das mache ich auch so. Meine Devise hier ist, runter kann ich immer ein bisschen bei den Verhandlungen, aber rauf kann ich nicht. Manche scheuen sich, hoehere Gagen zu verlangen.
Mit dem "Fass" machte ich natuerlich einen Witz, ich mag Tiger auch nicht sehr, die das "Fass" woertlich nehmen. Ich werde mal meine idee auf Deutsch uebersetzen und dir per personal message schicken oder e-mail, der Titel ist "Cat-Dancers". Du, so viel Pflaster brauchst du gar nicht kaufen, denn was du eigentlich machst, ist viel gefaehrlicher, als das was ich mache. Der Grund dafuer ist, dass deine Katzen auf Kontakt dressiert sind waehrend meine auf Distanz dressiert sind, das ist ein grosser Unterschied im Gefaehrlichkeitsgrad. Ein zahmes Tier ist schneller im "Fass" machen, als ein nicht so zahmes.

Moegen alle deine Tage Zirkustage sein voll Freude und Heiterkeit.
Othmar


Antwort von Herbert de Larott:
Lieber Doolittle San,
auch wenn es stimmt, dass 60% Auslastung mehr ist, als es viele haben, so komme ich leider nicht um die Tatsache herum, dass ich 40% zuwenig habe. Wenn ich einen monatl. Unkostenfaktor von € 8.000,- habe, dabei noch Leben muss, aber von einem Komödiantendirektor € 7.000,- angeboten bekomme, brauch ich nicht froh sein, dass ich überhaupt etwas bekomme- nach dem Motto „Besser als nichts“, sondern ich bekomme ganz realistisch € 1.000,- zuwenig. Wenn mein Schiff 10km. vor der Küste sinkt, ich in der Lage bin 6km zu schwimmen, ersaufe ich genauso, als ob ich keinen Meter geschwommen wäre. Wenn ich Pleite gehen sollte, dann werde ich nicht noch arbeiten, sondern auf meiner Veranda in der Sonne sitzen- so lange ich noch eine habe- und auf die Zwangsversteigerung meines Hofes warten. Gott sei Dank ist es aber noch nicht so weit und ich werde auch alle meine Kräfte und meine Kreativität mobilisieren um das zu verhindern.
Thema Wechsel: Auch ich hatte vor ca. 8 Jahren eine tolle Idee. Ich wollte einen Panther schweben lassen (es wäre die weltweit erste Schwebe Nummer mit einer Raubkatze) um ihn dann in der Luft verschwinden zu lassen. Ich habe mein Gehirn zermartert und tatsächlich ich fand ein System, dass sich realisieren ließe. Ich ließ es anfertigen, brachte es mindest noch 12-13 Mal zurück um Korrekturen vorzunehmen, da die Schwebetechnik immer ein bisschen ruckte. Wenn etwas schwebt muss es wie ein Luftballon, ohne das geringste zittern gehen, sonst ist die Illusion im Eimer. Es gelang. Das Verschwinden, war eher einfach. Alles zusammen kostete mich der Spaß an die 25.000,- obwohl der Plan von mir war, ich nur den Kern anfertigen ließ, den Rest, die Deko also selbst machte. Ich baute das Gerät in einem Park auf, machte ein Video und war stolz. Die erste Raubkatzen-Schwebe weltweit. Dann kam die Ernüchterung und ich wollte mich, ob meiner Blödheit ohrfeigen. Ich hatte nur das technische Problem, dass es zu lösen galt vor Augen, aber nicht die praktische Anwendung. Diese Illusion vorzuführen benötigt eine 25 Min. Vorbereitungszeit auf der Bühne und ebenso lange dauert es nach der Show, bis die Bühne wieder frei ist. In keinem Programm der Welt bekomme ich vorher und nachher 25 Min. Zeit. Die Illusion rostet nun schön langsam bei mir im Rinderstall bei den anderen unbrauchbaren Sachen, die zu schade zum wegwerfen sind, dahin und wird erst in 5-8 Jahren, wenn sie komplett verrostet ist entsorgt. Vielleicht stifte ich sie auch einem Magic- Museum. Siehst Du, mein lieber Freund, Zaubern kann teurer sein als man glaubt, vor allem, wenn man kreativ sein möchte und Tricks machen möchte die noch keiner hat. Obwohl, wenn ich höre, dass jemand sagt, dass hat noch keiner gemacht, ich immer antworte, das ist auch kein Wunder, wäre es gut, hätte es schon jemand gemacht. Aber Du weißt, die besten und klügsten Ratschläge gibt man immer den anderen. Bleib mir gewogen, Herbert der B(F)litzer


Antwort von Othmar Vohringer:
Lieber Herbert, Geistesblitz.

Natuerlich bleibe ich dir gewogen.

Auch meinte ich nicht, dass du gluecklich sein solltest mit 60%, sondern wollte nur illustrieren, dass es viele gibt, die arbeiten um ihre Unkosten zu decken und im Winter gehen die dann an Arbeitlosen-Unterstuetzung. Es sind diese Artisten, die den Markt kaputt gemacht haben damit, fuer alle.
Weil nun jeder Direktor glaubt, er kann die Gagen druecken. Weil sich einige respektlos behandeln lassen, werden nun alle respektlos behandelt.

Das ist mir auch bekannt. Vor vielen Jahren "versaute" ich zwei Jahre, um eine einmalige Exotennummer zu dressieren mit Elefanten, Zebras, Nashoernern und Flusspferden und dann hat die Direktion die Plaene geaendert und somit war all die Arbeit im Eimer. Aber bei dir ist das natuerlich schlimmer, weil du die Unkosten auch noch hast, wogegen ich meistens nur die Verantwortung habe. Gerade Magic ist sehr kostspielig, was leider nur wenige begreifen.

Ich habe hier im Park einen Tiger dressiert, der dem Magier aus dem Bauch rauskommt, waehrend der Magier in einem Apparat steht, der ein Kreuz darstellt, es ist ein Showstopper geworden.

Mach weiter und versuche froehlich zu sein nach der Devise: ...und Humor ist, wenn man trotzdem lacht.

Moegen alle deine Tage Circustage sein voll Freude und Heiterkeit.
Othmar

Re: Herbert de Larott über die Zucht und Haltung von Leoparden

Verfasst: 19.03.2010, 22:07
von Circusworld
Der Illusionist Herbert de Larott wehrte sich 2004 gegen die Anschuldigungen des Schweizer Tierschutzverband STS

Hallo Herbert,

Du hattest dieses Jahr auch schon Ärger mit den Tierschützern, den ich nicht recht verstehe. Denn als ich Dich dieses Jahr in Conny-Land besuchte und Deine geräumige Tierhaltung sah, konnte ich nur zufriedene Leoparden sehen und einer von diesen hätteam Liebsten mit mir durchs Gitter geschmust. Erklär mal, woran sich die Tierschützer da aufhängen und wie Deine praktische Erfahrung mit Leoparden ist, mit denen Du in "Tuchfühlung" lebst, wie ich vor Ort sehen konnte.

Mit circensischen Grüßen
Peter


Antwort von Herbert de Larott:
Hallo und guten Tag,
der Vorfall, dass der Schweizer Tierschutz STS uns wegen Tierquälerei angezeigt hat, war der Gipfel einer jeden nur erdenklichen Frechheit. Bis jetzt dachte ich immer, dass sich die sogenannten Tierschützer nur unfairer Mittel bedienen. Diesmal lieferten sie aber den Beweis, dass ihr Tun rein kriminell ist.
Der tatsächliche Sachverhalt:
Ich reiste am 22.03.04 mit vier Leoparden in Lipperswil – Schweiz an, um im Conny Land mein Engagement als Raubkatzen Illusionist anzutreten. Ich baute als erstes ca. 100 qm. Gehege auf. Ich hatte knapp zwei Tonnen Schnittholz und Balken mitgenommen, eine gr. Kreissäge, eben alles an Werkzeug wie in einer Werkstätte. Aus den Balken und dem Holz baute ich innerhalb von vier Tagen erhabene Liegeflächen mit integrierten Schlafhöhlen. Weiteres hatte ich 12 Kratzbäume mit, die ich zum Teil aufstellte und zum Teil an Ketten aufhängte, damit meine Katzen sie auch zum „spielen“ benutzen können. Der kantonale Veterinär kam zur Abnahme und war sichtlich, positiv und angenehm überrascht, was er auch in Form einer positiven Eintragung in unser Tierbestandsbuch quittierte. Kurz bevor die Hauptsaison begann (man achte auf das Timing), kam der Veterinär mit zwei Mann Polizei und einem verlegenem Gesicht. Er müsse noch einmal die Gehege genau abmessen, da eine Anzeige vorliegt. Ich würde vier Leoparden auf 20 qm. einpferchen. Bei aller Toleranz, dass man sich verschätzen kann, ist es nicht möglich, dass 20 qm mit 100 qm. verwechselt werden. Als einziger Witterungsschutz diene ein Bretterverschlag. 2 Tonnen verarbeitetes Holz als Bretterverschlag zu bezeichnen ist im Sinne der Bedeutung eine gemeine Lüge. Alle Zeitungen schrieben, dass ich wegen Tierquälerei angezeigt wurde, alle Radio-Sender brachten die Meldung stündlich und zwei Fernsehkanäle ebenso. Es wurde nicht gesagt, dass ich Tiere quäle, sondern, dass ich deswegen angezeigt wurde. Somit, als die Anzeige wegen falscher Angaben abgewiesen wurde, musste kein Wiederruf gebracht werden. Ich sitze jetzt mit dem Makel ein Tierquäler zu sein da und kann mich nicht dagegen wehren. Der Tierschutz, der auf Lug und Trug aufgebaut ist, geht aber munter weiter.
Der Sinn dieser Aktion:
Die Schweiz hat hervorragende Gesetze zum Schutz der Tiere und somit ist der STS absolut überflüssig. Wenn er aber seine Daseinsberechtigung nicht dokumentieren kann, fließen keine Einnahmen und der Verlust geht in die Millionen. Da hat natürlich ein armer kleiner Illusionist, der die Hälfte seiner Gage permanent aufwendet, um seine Tiere wirklich optimal zu halten keine Chance, um nicht von den Tierschützern geopfert zu werden. Der Verdacht den ich hatte, dass es den „Tierschützern“ noch nie um Tiere gegangen ist, sondern immer nur um volle Kassen, wurde bereits zur Gewissheit. Wer hat schon jemals gehört, dass ein Tier, dass durch soziale Missstände seines Besitzers in Not geriet, auch nur die geringste Hilfe von irgend einer sogenannte Tierschutz-Organisation erhielt.
Über meine praktischen Erfahrungen mit den Leoparden und Panther, könnte ich ein ganzes Buch schreiben. Es wäre vielleicht von Nutzen, wenn man eine konkretere Situation erfragen würde. Vielleicht noch ein kleiner Leitsatz zum Schluß:
Schützt unsere Tiere vor den Tierschützern!

Re: Herbert de Larott über die Zucht und Haltung von Leoparden

Verfasst: 19.03.2010, 22:16
von Circusworld
Hier die Tiergehege und Transportfahrzeug von Herbert de Larott, wie ich es auch in der Schweiz persönlich besichtigen konnte:

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Re: Herbert de Larott über die Zucht und Haltung von Leoparden

Verfasst: 19.03.2010, 22:18
von Circusworld
Mitteilung von Herbert de Larott aus 2005:

Hallo Zusammen,
das Jahr 2005 wird hauptsächlich von einer Gala-Tournee auf Mallorca geprägt. 128 fest garantierte Gala-Vorstellungen. Dazwischen haben wir noch Verpflichtungen in Deutschland und Holland zu erfüllen. Es könnte das stärkste Jahr seit langem werden. Auf Mallorca präsentieren wir zum ersten Mal eine 60 Min. Performance, wie man sie so noch nicht gesehen hat. Wir inszenieren eine Wanderung durch ein magisches Märchen, dass von uns selbst erzählt wird und auch visuell umgesetzt wird. Wir haben zum Teil doppelte Requisiten-Ausstattung, so dass wir nur mit einem- für den Tiertransport- speziell adaptierten Pik Up von Mallorca nach Deutschland, oder Holland fahren brauchen. Höhepunkt wird ein Magic-Event mit Hans Klock, das drei Tage dauern wird.
Mit zauberhaften Grüssen
Herbert de Larott

P.S. Haben am 17.06.05 zwei kleine Leobabys von unserer Hera "geschenkt" bekommen. Die Kleinen sind gesund und kraeftig. (Es scheint ein Paerchen zu sein. )

Re: Herbert de Larott über die Zucht und Haltung von Leoparden

Verfasst: 19.03.2010, 22:20
von Circusworld
Mitteilung von Herbert de Larott aus 2006:

Liebe Forumleser!
Mal in eigener Sache ein Bericht von German Schneider erschienen im Fränkischen Tag sowie Neue Presse am 13.01.2006

Kunststücke mit dem News-Star
Sulzbacher Zauberer und Dompteur trat mit Claus Kleber in „Stars in der Manege“ auf

SULZBACH. Eigentlich wollte „Monsieur Herbert de Larott“ am 3. Dezember im „Haus des Gastes“ bei der Seniorenweihnacht der Stadt Hofheim zaubern. Doch es kam ganz anders. von German SchneiderUnd eigentlich sollte der „Mister Heute-Journal“ Claus Kleber bei der Gala von „Stars in der Manege“ Papageien vorführen. Doch als die Papageien krank wurden, kam der Sulzbacher Illusionist mit einem überraschenden Telefonat zum schnellsten Engagement in seiner langen Karriere. Der Anruf kam am Sonntag, 27. November, um 16 Uhr. Der Auftrag, sprich die erste Probe, sollte am Montag, 28. November, um 14 Uhr im Zirkus Krone in München beginnen. Selbst für einen Zauberer und Illusionisten wie Monsieur Herbert de Larott und seine Frau und Partnerin Birgit türmte sich ein Berg von Problemen auf. Schließlich mussten sie nicht nur einen Koffer in ihrem Winterquartier in Sulzbach packen, sondern ihre drei Leoparden und zwei Deutschen Riesen (weiße Kaninchen) auf die Reise vorbereiten, für Futter sorgen, den großen Transportwagen ausstaffieren und zahlreiche Requisiten zusammensuchen. Sie mussten ihren für den Winter schon eingemotteten Wohnwagen startklar machen und über ein Programm nachdenken, bei dem nicht sie, sondern ein Prominenter im Mittelpunkt steht. „Stars in der Manege“ heißt die beliebte jährliche Gala zu Gunsten von Kindern in Not und der Werner-Friedmann-Stiftung für alte Künstler und Journalisten, die seit 43 Jahren in den ersten Dezembertagen im Zirkus-Krone-Bau in München an zwei Tagen läuft. Einmal als Generalprobe, dann als Gala vor den Stars aus Film, Fernsehen, Sport und Politik. Als Aufzeichnung flimmert „Stars in der Manege“ jeweils am Zweiten Weihnachtsfeiertag über die Mattscheibe zur besten Fernsehzeit im ARD-Programm. Das Besondere an der Schau ist, dass den Part der Artisten und Künstler Prominente aus ganz anderen Branchen übernehmen. Für Monsieur de Larott hieß dies, Teile der Zauber- und Illusionsschau an den „Mr. Heute-Journal“ aus dem ZDF, Claus Kleber, abzutreten, ihn in den Mittelpunkt zu stellen, ihn Hasen in Leoparden und umgekehrt verwandeln zu lassen. Vier Tage TrainingVier Tage hatten die Zauberkünstler, die im letzten Sommer auf Mallorca mit ihrer Illusionsshow von großen Hotels engagiert waren, Zeit, um den bekannten Journalisten in ihre Geheimnisse einzuweisen. Zwar war Kleber ein guter Zauberlehrling, doch der Meister der Nachrichten musste lernen, sich im Rund der Manege zu bewegen. Birgit de Larott: „Herbert hat ihn ganz schön ran genommen, schließlich fällt die Schau ja auch auf uns zurück.“ Vier Tage lernte „News-Man“ Kleber Tücher zu verwandeln oder verschwinden zu lassen. Und Claus Kleber sagt zur Tücher-Verschwind-Schau: „Es gibt 300 Möglichkeiten ein Seidentuch herzuzeigen, aber nur eine ist richtig und wird vom Publikum nicht gesehen.“ Zehn bis 15 Mal täglich gingen Herbert de Larott und Claus Kleber mit dem schwarzen Panther Zeus in die Mitte in die Manege. Zunächst hielt Kleber fünf Meter Abstand, am Ende war er 50 Zentimeter von dem 18-jährigen Zeus entfernt. Herbert de Larott beschreibt: „Wir mussten das Vertrauen von Zeus gewinnen, damit er Kleber neben sich duldete.“ Weniger Probleme hatte der Nachrichtenmann beim tierischen Höhepunkt der Schau: Zwei dicke weiße Hasen verwandelten sich vor den Augen des Publikums in die Leoparden Paris und Zeus. Herbert de Larott: „Das Wissen, wie etwas geht, heißt nicht, dass man es kann. Wichtig war, dass Kleber mit Harmonie und Charme im Rund der Manege den Trick präsentierte.“ Wie sich Millionen von Zuschauern in neun Nationen überzeugen konnten, ging alles gut. Claus Kleber machte einen prima Job. Monsieur Herbert de Larott stand zwar im Schatten seiner eigenen Schau, passte jedoch genau auf, dass die Leoparden Zeus und Paris und die zwei Deutschen Riesen ihre Arbeit wie sonst auch absolvierten. Für die beiden Artisten war es eine besondere Sache, bei „Stars in der Manege“ mitzuwirken, zu sehen, dass Prominente oft eine ganz andere Ausstrahlung haben als im Fernsehen. Da war eine zurückhaltende Uschi Glas (sie führte die Krone-Elefanten vor), der „Bulle von Tölz“ (Ottfried Fischer), der die Kühe von Alberto Althoff mehr durcheinander brachte als dressierte, eine todesmutige Eva Hermann, die einen Motorradhochseilakt in 15 Metern Höhe präsentierte, oder die Dalmatinerhunde, vorgeführt von Marianne und Michael, mit denen sich die de Larotts in diesem Jahr auf Mallorca treffen wollen. Ab März ist die Illusionsschau von Larott in einem Safarizoo in Sa Zoma (Mallorca) zu sehen. Auf gleicher AugenhöheZurück zu „Stars in der Manege“: Mit einer großen After-Show-Party, bei der 150 Artisten, Künstler und Prominente zum Käfer-Feinkost-Büfett geladen waren, endete das kurze Engagement. Die de Larotts zogen als Fazit (Herbert): „Es war eine Woche, in der wir uns wohl gefühlt haben und mit den Prominenten auf gleicher Augenhöhe waren. Mit Claus Kleber sind wir nun freundschaftlich verbunden, wir telefonieren noch ab und zu miteinander.“ Birgit: „Ich käme sehr, sehr gerne wieder, es hat einen Riesenspaß gemacht.“ Was bleibt? Eine Gage, die nicht so dick war, wie man vermutet, schließlich ging es um eine gute Sache. Eine Video-Kassette von „Stars in der Manege“, ein Programmheft, in dem alle Teilnehmenden, von den Moderatoren Nina Ruge, Arabella Kiesbauer, Francine Jordi bis hin zum Formel-1-Piloten Juan Pablo Montoya, Autogramme und Widmungen verewigt haben. Und ein Claus Kleber, der den Sulzbacher Illusionisten dafür dankt, dass sie ihn so geduldig in die Welt der Magie eingeführt haben.

Liebe Grüße
Herbert de Larott

Re: Über die Zucht und Haltung von Leoparden

Verfasst: 20.03.2010, 11:19
von Vidlak
Hallo meine Herren.
Es ist sehr Interressant was hier geschrieben wird. Nur will ich eines widersprechen. Es ist selten aber es kommt immer wieder vor das unter 1000 Raubtieren eines ist das total aus der Reihe tanzt. Mein Leopard ist 14 Jahre geworden, und ich konnte ihm bis zum letzten Tag zur jeder Presse und Fernsehaufzeichnung mitnehmen. Ein wirklich braves Tier. In Österreich war er in jedem Rathaus und bei jeden Bürgermeister zu Fototermine. Er hatte nur einen Nachteil, er ließ sich nicht dressieren. Handzahm mit Krallen!
Er machte alles mit. Von arbeiten hielt er nichts, da legte er sich auf den Rücken und streikte. Auch bei der Presse wenn er nicht mehr wollte ging er in Rückenlage.
Ich glaube Herr Enzinger hat alle Zeitungsauschnitte von allen Bürgermeisterbesuchen. Vieleicht kommt seine Art, daß er mit unserer Hauskatze aufgewachsen ist und von meinen Bernhardiner großgezogen wurde.

M.f.G. L.Vidlak

Re: Über die Zucht und Haltung von Leoparden

Verfasst: 05.05.2010, 09:37
von De Larott
Lieber Kollege Vidlak,
einen zahmen Leoparden mit Krallen kenne ich sehr gut. Mein Schwarzer ist jetzt 22 Jahre alt und hat genauso begonnen. Ich möchte auch sagen, dass er ein "Ausnahme-Tier" ist. Ich bin diesem "sich hinlegen" mit noch größerer Sturheit begegnet. Ich konnte ihn nicht zwingen, dass zu machen, was ich wollte, aber ich habe ihn nicht weg gelassen. Ich habe das Tier bis zu 40 Min. "angenagelt" -plötzlich stand er auf und die Sache war erledigt. So ging alles ohne Streß, ohne Gewalt und trotzdem für das Tier sehr eindeutig ab. Er hat gelernt, dass er aus der Situation nicht herauskommt und dieser passive Widerstand nicht zielführend ist. Anders wäre es, wenn das Tier in dieser Situation vor irgend etwas Angst hat. Ich verändere dann komplett die Situation, verlange aber das Gleiche. Leoparden sind schon eine eigene Nummer, umsonst dachte man bis zur Jahrhundertwend 1800-1900 dass Leoparden nicht dressierbar sind.
Viele liebe Grüße Herbert de Larott

Re: Über die Zucht und Haltung von Leoparden

Verfasst: 05.05.2010, 11:33
von Admin
De Larott hat geschrieben:Ich konnte ihn nicht zwingen, dass zu machen, was ich wollte, aber ich habe ihn nicht weg gelassen. Ich habe das Tier bis zu 40 Min. "angenagelt" -
Hallo Herbert,

was verstehst Du unter "angenagelt". Da dies leicht missverstanden werden kann, wäre eine Erklärung sinnvoll. ;)

Re: Über die Zucht und Haltung von Leoparden

Verfasst: 05.05.2010, 16:06
von De Larott
Okay, es ist richtig, dass man diesen Ausdruck falsch verstehen kann, dennoch glaube ich, dass nicht einmal Tierrechtler so b.... sind um zu glauben, dass geht mit Nägel und Hammer. Gemeint ist, ich habe den Leoparden an der Longe gehalten und habe ihn nur in eine Richtung gehen lassen - nämlich in die Richtung wo er in sein Requisit hineinspringen muß. Wenn er rechts oder links vorbei wollte, habe ich das mit der Longe sanft aber bestimmt verhindert. Es ist aber schon depremierend, dass wir jedes Wort auf die Goldwaage legen müßen. In jedem Beruf gibt es Wörter, die eine Handlung mit einem Wort umschreiben, dass nicht unbedingt sofort mit der Handlung in Verbindung zu bringen ist. Aber egal, wenn jedes Wort von uns so sehr im Visier steht, so wissen wir wenigstens, dass unser "Publikum" nicht ausstirbt (oder darf man aussterben auch nicht sagen?).
Viele Grüße und verliere nicht Deinen Humor!!!!!

ich betreue einen 8 monate alter leopard

Verfasst: 09.08.2010, 13:30
von regi
hallo zusammen ,

heisse regi, betreue (als tierpflegerin) einen 8 monate alter leopard ,nun ich merke dass der kleine mich jrgendwie gern hat, jedoch will er immer hochspringen beim spielen,wie sollte ich ihm beibringen dass er das nicht darf? ich spiele mit verschiedenen sachen wie ball,schuhe ,kartonschachtel ,stofftieren usw.

habe ihn mit der flasche aufgezogen,und ist nun kastriert und hört auf nein meistens auf wenn ich etwas nicht will was er tut. er frisst mir aus der hand und manchmal beisst er etwas fest in die hose.... ich denke auch dass er versucht mich zu testen wie weit er gehen kann als teenager.da ich erst seit 8 monaten erfahrung habe möchte ich nichts falsches machen ,ich erziehe ihn eigentlich wie ichs mit meinen hunden immer gamacht habe,und bis jetzt klappt es auch recht gut.mein ziel ist ,dass ich mit ihm spielen kann ,ihn anfassen ,vielleicht ein kleines kunstück beibringen,wir sind in einem zoo zuhause .was habe ich für möglichkeiten mit ihm ?

nun hoffe ich das ich so geschrieben habe, dass ihr versteht wie ichs meine :P

freue mich auf antworten ,

liebe grüsse regi

Re: Über die Zucht und Haltung von Leoparden

Verfasst: 10.08.2010, 01:59
von Othmar
Hi Regi

Eines gleich vorweg. Raubkatzen "spielen" nicht, sie LERNEN zu jagen und zu toeten.

In Ihrer Beschreibung sind mir einige Dinge aufgefallen die bei mir sofort Alarmglocken laeuten lassen.

Sie lassen den Leoparden mit Schuhen spielen. :shock: Sie tragen Schuhe!!! Lassen sie niemals ein Raubtier mit Kleidungsstuecken "spielen". Eines Tages wenn er/sie gross ist wird er/sie damit "spielen" wollen wenn sie die Schuhe, oder andere Kleidungsstuecke, tragen. Koennte fuer Sie toetlich ausgehen.

Sie fuettern das Tier mit der Hand. :shock: Wuerde ich das bei einem meiner Angestellten sehen wuerde es viel Laerm geben. Wie sie schreiben hat der Leopard schon gebissen. Wenn das Tier erwachsen ist und beisst ist die Hand weg. Vor Jahren hat einer meiner Tigerwaerter auf diese Art seine Finger verloren. Reichen sie dem Tier das Futter in einer Schuessel und dann lassen sie es in Ruhe (alleine) bis es mit Essen fertig ist . Raubtiere sind sehr futterneidisch und jede Einmischung wird als moeglicher Futterraub betrachtet. Aus diesem Grund beisst er ihnen in die Hose, dass Tier verteidigt sein Futter und gibt Ihnen eine ganz klare Meldung mit dem beissen."Lass mich in Ruhe und bleib mir vom Leib wenn ich esse, oder ich beisse dich an."

"...ich denke auch dass er versucht mich zu testen..." Wenn Sie das Tier seit 8 Monaten betreuen testet er Sie nicht mehr. Er kennt Sie schon in und auswendig und nutzt Ihrer Schwaechen schon voll aus.

Sie haben schon so viele Fehler gemacht das es schwer sein wird zu korrigieren. Machen Sie sich auf viel Arbeit und Muehe gefasst.

1. Hoeren sie sofort auf mit dem Leoparden zu spielen mit Koerperkontakt. Spielen sie mit dem Tier nur auf Distanz. Dazu befestigen Sie das "Spielzeug" an einer Leine (Schnur oder Strick) und diese an einen langen Stock (Besenstiel). Lenken sie das "Spielzeug" immer von sich weg damit das Tier lernt nicht ihnen nachzulaufen sondern dem Gegenstand. Lenken sie das Spielzeug immer von sich weg. Spaeter in der Dressur ist es sehr wenn er gelernt hat nicht ihnen zu folgen sondern einem Gegenstand wie ein Stock z.B.

2. Der Leopard muesste schon laengst einige einfache Kommandos verstehen wie; "Nein", "Komm hier", "Bleib" u.s.w. Was Ihr Leopard sofort lernen muss ist "Nein". Jedesmal wenn er etwas macht, wie an Ihnen hochspringen, sagen sie laut und mit Energie "Nein". Wenn er es trotzdem versucht schreien (drohen) sie in an. Hilft das auch nicht, was selten der fall ist, soll er ein kleiner aber ernstgemeinter Klaps -nicht Schaege oder Pruegel - mit der Hand kriegen. Haben sie keine Bange es wird ihm nicht weh tun, ungleich den kraftigen Hieb mit Krallen gezueckter Pranke dem ihm seine leibliche Mutter versetzen wuerde wenn sie "Nein" meint.

3. "...was habe ich für möglichkeiten mit ihm ?..." Sie haben viele Moeglichkeiten. Aber erst muss das Tier Respekt lernen, aber auch sie muessen Respekt lernen. Ein Leopard ist kein suesser kleiner Kerl, er ist keine Katze oder Hund. Ein Leopard ist ein Raubtier das man mit Respekt behandeln muss um respektiert zu werden. In anderen Worten sie muessen Ihm zeigen, wie einem Kind, das sie der Boss sind und was sie sagen steht nicht zur Diskussion frei. Sie muessen lernen konsequent zu sein. Damit meine ich das Sie jeden Tag, unabhaengig von Ihren Emotionen, Gefuehlen und Wohlbefinden, immer die gleiche Person sein muessen. Oft leichter gesagt als getan. Tiere, wie Kinder, lieben und gedeihen wenn sie sich in ganz klaren Grenzen bewegen koennen die ihnen gesetzt werden. Nichts ist schlimmer als verschwommene Grenzen wo das Tier, oder der Mensch, jeden Tag erst herausfinden muss was Sie fuer eine Laune haben und wie viel oder wie wenig, basierend an Ihrer Laune, er sich erlauben kann. damit geben sie dem Tier vermixte Meldungen die das Tier Verwirren und schlussendlich boese machen koennte.

Hoffe das hilft fuer erste. Haben sie Fragen, zoegern sie nicht diese zu aeussern. Ich werde Ihnen so gut wie es moeglich ist auf Distanz zur Verfuegung stehen.

Re: Über die Zucht und Haltung von Leoparden

Verfasst: 10.08.2010, 07:31
von regi
Guten morgen othmar,
lieben dank fuers erste,werde mich sehr gerne melden bei ihnen , ich will das hinkriegen , und ich weiss das ich mit den konzequenten umgehen muss, bis bald und liebe gruesse

Re: Über die Zucht und Haltung von Leoparden

Verfasst: 10.08.2010, 08:49
von De Larott
Hallo,
nun mein Freund Othmar hat wirklich fast alles geschrieben und alles stimmt, was er schreibt. Herausheben möchte ich noch, dass es ganz wichtig ist, dass man mit einem Jungtier spielt, aber niemals Kontaktspiele, sondern wie Othmar beschrieben hat, nur mit Gegenständen, denn sonst lernt der Leopard noch schneller, wie schwach und langsam Du bist. Wenn er einmal böse ist, wird er sich erinnern. Vielleicht noch einige ergänzende Tipps: Schmuse von außerhalb des Geheges durch die Gitter, ausgiebig und herzlich, auch immer mit sanfter Stimme begleitet. Wenn Du ins Gehege gehst, muß Deine Körperhaltung und Deine Stimme einen "offiziellen" Klang annehmen und dem Tier signalisieren, jetzt ist die Spielstunde aus. Sobald Du das Gehege betrittst, muß Disziplin und ein Respekt vorherrschen. Mach ihm ein kleines Podest ( nicht in einer Ecke, denn er muß die Möglichkeit zum Ausweichen haben) und sobald Du reinkommst "treibe ihn sofort auf das Podest, am besten mit zwei gekreuzten Stöcken. Dann versuche ihm am Platz zu halten. Mach ihm vielleicht einen "Zweitplatz, den Du wie ein Postament bewegen kannst. Dann dirigiere ihm von einen Platz auf den anderen. Sein erster Platz muß immer an der gleichen Stelle stehen. Du beschäftigst Dich so mit dem Tier, ohne dass der Kleine frech werden kann, da er immer bewegt wird. Ich habe die Erfahrung, dass wenn man einen Leoparden abrichtet, ihn niemals ins Vakuum fallen lassen darf. Sobald er unbeschäftigt ist, kommen Eigeninitiativen des Tieres, was kontraproduktiv ist. Zum Schluß muß er auf seinen Platz sitzen bis Du draußen bist und ihn von draußen belohnst. Dann kann sich Deine Körpersprache "entspannen" und der gemütliche Teil beginnt. Wenn Du ein halbes Jahr dieses System praktizierst, wirst Du ihn auch im Gehege streicheln können, ohne die Autorität zu verlieren und ohne dass er glaubt, erkann zu spielen beginnen. Immer nur sehr bestimmte Befehle geben und jeder Befehl nur mit einem Wort. Seinen Namen vor dem Befehl aussprechen. Für jede Aufforderung, immer den gleichen Befehl. Das Gute am Leopard -er ist sehr intelligent, dass weniger Gute - erverwendet diese Intelligenz um Dich auszutricksen. Noch ein kleiner Nachteil beim Leopard: Er teilt gerne aus, aber wenn er was zurückbekommt, ist er drei Wochen beleidigt.
Viel Glück!!! Herbert de Larott

Re: Über die Zucht und Haltung von Leoparden

Verfasst: 11.08.2010, 04:31
von Othmar
De Larott hat geschrieben:Hallo,
nun mein Freund Othmar hat wirklich fast alles geschrieben und alles stimmt, was er schreibt. Herausheben möchte ich noch, dass es ganz wichtig ist, .....
Viel Glück!!! Herbert de Larott
Sehr gute Ratschlaege die Du beherzigen solltest. In der Eile meiner Antwort habe ich das ganz vergessen. Die Sprache ist ein sehr wichtiges Dressurinstrument. Mit dem Tonfall geben wir dem Tier zu verstehen wenn etwas gut oder falsch ist. Tiere verstehen unsere Worte zwar nicht, koennen aber sehr gut an unserem Tonfall erkennen, was wir meinen da auch sie untereinander so kommunizieren. Laute Stimme ist ablehnend und sanfte Stimme ist zustimmend.

Re: Über die Zucht und Haltung von Leoparden

Verfasst: 23.09.2010, 20:37
von regi
Hallo zusammen , mein kleiner ist nun 10 monate alt frisst mir noch immer aus der hand und ist lieb. Ich danke euch fuer die tips, und werde weiter ueben mit dem leoparden, liebe gruesse regi

Re: Über die Zucht und Haltung von Leoparden

Verfasst: 24.09.2010, 04:29
von Othmar
regi hat geschrieben:Hallo zusammen , mein kleiner ist nun 10 monate alt frisst mir noch immer aus der hand und ist lieb. Ich danke euch fuer die tips, und werde weiter ueben mit dem leoparden, liebe gruesse regi
Es freut mich das es Ihrem "kleinen" gut geht. Da er Ihnen aber immer noch aus der Hand frisst hoffe ich mit ganzem Herzen das es Ihnen weithin gut gehen wird. Um ganz ehrlich mit ihnen zu sein, es verwundert mich das sie den Rat das Handfuettern zu unterlassen von zwei Experten, die ein lebenlang mit Raubtieren arbeiten und diese auch aufziehen, nicht ernst nehmen wollen.

So werde ich es, mit Besorgniss fuer Ihr zukuenftiges, Wohlergehen nochmals versuchen. Mit 10 Monaten ist ihr Leopard schon ausgewachsen. Er hat nun die koerperliche Staerke von Arnold Schwarzenegger und Sivester Stalone zusammengenommen. Sein Prankenschlag hat die Wucht und Vernichtunggewalt eines Vorschlaghammers. Ich hoffe sehr das Ihr Leopard nicht eines Tages schlecht gelaunt ist mit Ihnen, es koennte toedlich fuer sie ausgehen ohne das er es will. aber weil er so stark ist.

Mein Lieblingstiger "Kabul" hatte ich als Baby aufgezogen und wir haben immer zusammen gespielt. Als er drei Jahre alt war wollte er mit mir Schmusen, trotz besserem Wissen habe ich das zugelassen. Ich wurde ins Krankenhaus gefahren und musste drei Wochen dort bleiben mit fuenf gebrochenen Rippen wovon sich einige duch meine Lunge gestossen haben, und Kabul war nur lieb zu mir, aber eben lieb wie zu einem anderen Tiger nicht zu einem erbaermlich schwachen Menschen, der Haut wie Zeitungpapier und Knochen wie Streichhoelzer hat.