Variete Apollo in Wien

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Circusworld
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Variete Apollo in Wien

Ungelesener Beitrag von Circusworld » 22.04.2019, 22:03

Vom Varieté zum Lichtspieltheater

Mata Hari und Charlie Chaplin traten im 115 Jahre alten "Apollo" in der Gumpendorfer Straße auf. Vor 90 Jahren wurde das Theater zum Kino umgebaut. Es besteht bis heute.

"Das Apollo steht seit Anbeginn am selben Fleck, doch was für eine Geschichte das Haus auf dem Buckel trägt, würde man nicht vermuten", erzählt Robert Kaldy-Karo, der Leiter des Wiener Circus- und Clownmuseums. Im Jahr 1904 eröffneten Apollo-Theater waren sie alle zu sehen: neben Mata Hari und Charlie Chaplin auch Skandaltänzerin Anita Berber, der mysteriöse Trickkünstler Erik Jan Hanussen und die legendären Tiller-Girls.
Das bis zu 2000 Zuschauer fassende Theater wurde von Beginn an von Ben Tieber geleitet. "Fast hatte es den Anschein, als ob die Inbetriebnahme des ‚Apollo‘-Theaters unter keinem besonders guten Stern stünde", schrieb der Apollo-Geschäftsführer Josef Zak in der hauseigenen Festschrift von 1954. Denn am 2. September 1904, einen Tag nach der Eröffnung, erschoss sich der Präsident der Gesellschaft, die das Theater erbaut hatte, wegen finanzieller Probleme. "Ben Tieber befürchtete, durch den Zusammenbruch der Hauseigentümer sein Pachtrecht zu verlieren." Doch der "große künstlerische und finanzielle Erfolg des ersten Spieljahres" ermöglichte es Tieber, das Haus 1905 zu erwerben.

Tieber, der "Meister des Varietés", hatte die Kunstform in Amerika studiert und brachte seine Expertise nach Wien mit. Die "Wiener Zeitung" vom 3. September 1954 schreibt über den Direktor: "Er stellte wahre Monsterprogramme zusammen - erst, wenn die Zuschauer von der Überfülle des Gesehenen und des Gehörten förmlich erschlagen waren, fühlte Ben Tieber sein Gewissen als großer ‚Show-Man‘ beruhigt."
Das Wiener Original wurde zum größten Konkurrenten des Ronacher Theaters und konnte sich, nicht zuletzt durch die "Nuditäten" exotischer Tänzerinnen, erfolgreich halten. "Eine Gemeinsamkeit hatten diese Etablissements aber," so Kaldy-Karo. "Die hochoffiziellen Artistenprüfungen wurden früher in beiden Häusern vor einer strengen Fachjury abgehalten."

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